Restitution von Franz-Marc-Gemälde gestoppt

Wegen einer Strafanzeige liegt die von Düsseldorf in Deutschland beschlossene Rückgabe des wertvollen kubistischen Gemäldes „Die Füchse“ (1913) von Franz Marc vorerst auf Eis. Wenige Tage nach dem Beschluss zur Restitution an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers sei bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf eine Strafanzeige wegen zumindest versuchter Untreue eingelangt, sagte eine Sprecherin der Stadt heute der dpa.

Die Anzeige richte sich gegen die für die Resitutionsempfehlung verantwortlichen Mitglieder der Stadtverwaltung sowie gegen die Mitglieder des Stadtrates, die dem Beschluss Ende April zustimmten. Hintergrund ist ein jahrelanger Raubkunststreit, der im April mit einem einstimmigen Resitutionsbeschluss beendet wurde.

"Die Füchse“ von Franz Marc
Public Domain

Bis das Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen vorliegt, ist der Rückgabeprozess vorerst gestoppt. Der Anwalt der Erbengemeinschaft, Markus Stötzel, sprach von einem „politischen Manöver bestimmter Gruppierungen, denen späte Wiedergutmachung ein Dorn im Auge ist“. Seine Mandantin sei inzwischen 91 Jahre alt. „Sie würde die Rückgabe gern noch erleben“, sagte Stötzel der dpa.

Auf 14 Millionen Euro geschätzt

Das auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzte Gemälde kam 1962 als Schenkung nach Düsseldorf und gehört zu den Spitzenwerken des Museums Kunstpalast. Über die Rückgabe hatte es eine kontroverse Debatte gegeben. Das Bild war erst nach der Emigration des früheren Besitzers Kurt Grawi (1887–1944) und außerhalb des NS-Machtbereiches verkauft worden.

Die Veräußerung 1940 in New York stehe aber in unmittelbarem Zusammenhang mit der Inhaftierung im Konzentrationslager und der anschließenden Flucht Grawis, begründete die Beratende Kommission ihren Beschluss.