Slowenien setzt ersten Schritt für neues AKW

Slowenien hat heute mit der erteilten Energiegenehmigung für den zweiten Reaktorblock in Krsko den ersten Meilenstein für ein neues Atomkraftwerk gesetzt. „Das ist noch keine endgültige Entscheidung für die Investition“, betonte der slowenische Infrastrukturminister Jernej Vrtovec. Die Energiegenehmigung sei nur der erste Schritt, der den Weg für den Start von allen erforderlichen Verfahren und Dokumentationsvorbereitung öffne.

Mit der erteilten Energiegenehmigung wird laut dem Minister auch eine breite öffentliche Diskussion in Gang gesetzt, nicht nur auf Expertenebene, sondern auch unter den Bürgern. Man wolle einen „möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens“ über die weitere Nutzung der Atomenergie erreichen, so der Minister bei einer Pressekonferenz in Ljubljana.

„Jedes Land bestimmt seinen eigenen Energiemix“

Auf der Grundlage des Energiegenehmigung wird der Investor, das Staatsunternehmen Gen Energija, die nötigen Genehmigungsverfahren einleiten können. In diesem Rahmen werden unter anderem die raumplanlichen, umweltbezogenen, technischen und ökonomischen Kriterien geprüft. Erst nachdem ein gesellschaftlicher Konsens erreicht wird, werden laut dem Minister die Verfahren wie die Standortfestlegung, Einholung der Baugenehmigung, Investitionsentscheidung, Auswahl des Technologielieferanten und der eigentliche Bau beginnen.

Hinsichtlich des Widerstandes aus Österreich, wo man sich bereits der Langzeitverlängerung der bestehenden Anlage in Krsko widersetzt, sagte der Infrastrukturminister, dass man die Positionen des Nachbarlandes kenne und respektiere. „Jedes Land bestimmt allerdings seinen eigenen Energiemix.“ Atomkraft sichere Slowenien eine saubere und sichere Energiezukunft bei gleichzeitiger Energieunabhängigkeit, so Vrtovec, der sich eine Energieunabhängigkeit Sloweniens ohne Atomenergie „nicht vorstellen“ kann.