Afghanistan: Iran zu Kooperation mit Peking und Moskau bereit

Der Iran ist nach den Worten seines neuen Präsidenten Ebrahim Raisi zur Zusammenarbeit mit Russland und China bereit, um „Stabilität und Frieden“ in Afghanistan zu sichern.

In einem Telefonat mit Chinas Präsident Xi Jinping sagte Raisi, Teheran wolle sich auch für die „Entwicklung, den Fortschritt und den Wohlstand“ in Afghanistan einsetzen, wie es auf der offiziellen Website der iranischen Präsidentschaft gestern hieß.

Auch während eines Telefonats mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin habe Raisi die Bereitschaft des Iran zu „jeglicher Kooperation“ deutlich gemacht, um „Frieden und Ruhe in Afghanistan durchzusetzen“.

Der Iran sei der Ansicht, „dass alle afghanischen Gruppen zusammenarbeiten“ und den Rückzug der US-Truppen in einen „Wendepunkt für dauerhaften Frieden und Stabilität in Afghanistan verwandeln sollten“.

Belastete Beziehung

Die Beziehungen zwischen Teheran und den Taliban sind historisch schwierig. Im Jahr 1998 hatten Taliban-Kämpfer das iranische Konsulat im nordafghanischen Mazar-e Sharif überfallen und mehrere Diplomatinnen und Diplomaten sowie einen Journalisten getötet. In der Folge war es beinahe zu einem iranischen Einmarsch in Afghanistan gekommen.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass Teheran angesichts der Rückkehr der Taliban an die Macht eine pragmatische Haltung einnimmt. Der Iran und Afghanistan teilen sich eine 900 Kilometer lange Grenze, bereits jetzt leben nach UNO-Angaben im Iran fast 3,5 Millionen afghanische Flüchtlinge.