Hurrikan „Grace“ wird vor Mexikos Küste kräftiger

Vor seinem erwarteten zweiten Durchzug über Mexiko hat der tropische Wirbelsturm „Grace“ an Kraft gewonnen und ist erneut zu einem Hurrikan hochgestuft worden. Nach Angaben von gestern des US-Hurrikanzentrums wurde erwartet, dass das Zentrum des Sturms am Abend oder in der Nacht (Ortszeit) an Mexikos Ostküste Land erreicht.

„Grace“ bewegte sich in der Früh als Hurrikan der Kategorie eins von fünf mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 140 km/h auf den Bundesstaat Veracruz zu. Im betroffenen Küstenabschnitt sollten die Vorbereitungen, um Leben und Eigentum zu schützen, schnellstmöglich abgeschlossen werden, hieß es.

Ein Mann fährt im Sturm auf einem Fahrrad auf der Yucatan Halbinsel
Reuters/Lorenzo Hernandez

Sorge vor Erdrutschen

„Es macht uns Sorgen, dass die schweren Regenfälle, die das Auge des Hurrikans mit sich bringt, Erdrutsche auslösen könnten, wenn er sich landeinwärts bewegt“, sagte der Gouverneur von Veracruz, Cuitlahuac Garcia, in einer Pressekonferenz.

Der Bundesstaat ist wegen seiner Flüsse und Gebirge für Hochwasser und Erdrutsche anfällig. Es sei wahrscheinlich, dass „Grace“ über dem Golf von Mexiko zuerst weiter an Stärke zunehme und sich dann über den Bergen Zentralmexikos schnell abschwäche, teilte das Hurrikanzentrum in Miami mit.

Yucatan: Schäden, aber keine Verletzten

Der Sturm war tags zuvor über die bei Urlaubern beliebten mexikanische Halbinsel Yucatan gezogen. Er verursachte Schäden und weitreichende Stromausfälle, Menschen kamen aber nicht zu Schaden. Im Strandort Tulum wurden Hotels evakuiert, in Cancun fielen zahlreiche Flüge aus.

Zuvor hatte „Grace“ in der Nacht auf Dienstag als tropischer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von etwa 65 km/h an Haitis Südküste, wo sich nur drei Tage zuvor ein Erdbeben mit mehr als 2.000 Toten ereignet hatte, Überschwemmungen gebracht. Auch die Dominikanische Republik und Jamaika bekamen das Unwetter deutlich zu spüren.