Verzweifelte Erdbebenopfer in Haiti plündern Hilfskonvoi

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti haben verzweifelte Betroffene einen Hilfskonvoi geplündert. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete von chaotischen Szenen in der besonders schwer getroffenen Stadt Les Cayes, in der Reissäcke an Opfer des Bebens verteilt werden sollten. Einer der beiden Lastwagen des Konvois wurde von Plünderern gestürmt, die verbliebenen Lebensmittel wurden schließlich wahllos auf einer Polizeistation verteilt.

Das Erdbeben der Stärke 7,2 hatte vor einer Woche den Südwesten Haitis erschüttert, mehr als 130.000 Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht. Bis zum Wochenende wurden mehr als 2.000 Todesopfer durch das Beben bestätigt.

Engpässe bei der Grundversorgung lösten in der Bevölkerung große Wut aus. Zwar wurden in die betroffenen Regionen bereits etliche Hilfskonvois geschickt. Bei der Verteilung der Hilfsgüter gibt es aber logistische Probleme.

Chaotische Hilfsgüterverteilung in Haiti

Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti kommt die dringend benötigte Hilfe nur sehr schleppend bei den Betroffenen an. Zehntausende Haitianer stehen vor den Trümmern ihrer Existenz und fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen.

Krisengebeuteltes Land

Haiti befand sich bereits vor dem schweren Erdbeben in einer tiefen Krise. Im Juli war in dem von großer Armut geprägten Karibik-Staat Präsident Jovenel Moise ermordet worden. Hinzu kommen hohe Infektionszahlen mit dem Coronavirus.

Haiti wird regelmäßig von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Im Jahr 2010 hatte es in dem Land ein schweres Erdbeben gegeben, dessen Epizentrum in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince lag und bei dem mehr als 200.000 Menschen getötet wurden. Von den Folgen dieses Bebens hat sich der Karibik-Staat bis heute nicht vollständig erholt.