Lage in Afghanistan: USA laden zu Außenministergipfel

Das US-Außenministerium hat angesichts der Lage in Afghanistan für heute zu einem virtuellen Außenministergipfel eingeladen.

Die USA werden Gastgeber des Treffens „wichtiger Partner“ sein, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien sowie EU und NATO, wie das Außenministerium in der Nacht auf heute mitteilte.

„Vorgehen für kommende Tage und Wochen abstimmen“

Auf dem Gipfel soll ein „abgestimmtes Vorgehen für die kommenden Tage und Wochen“ erörtert werden. Das Treffen findet einen Tag vor dem Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan nach 20 Jahren Krieg und etwas mehr als zwei Wochen nach der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht statt.

Mit dem Abzug der Truppen endet morgen auch die Luftbrücke, um Menschen aus dem Land am Hindukusch zu retten. Seit dem 15. August wurden etwa 114.00 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen.

China kritisiert USA für „chaotische“ Lage

Unterdessen machte China die USA für die „chaotische“ Situation in Afghanistan mitverantwortlich. Der Krieg in Afghanistan habe sein Ziel, terroristische Kräfte zu beseitigen, nicht erreicht, sagte Chinas Außenminister Wang Yi laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gestern in einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken. Der übereilte Abzug der US- und NATO-Truppen würde nun wahrscheinlich dazu führen, dass Terrororganisationen zurückkehren würden.

In dem Gespräch äußerte sich Wang auch deutlich zum derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen China und den USA. „Wenn Washington die chinesisch-amerikanischen Beziehungen wieder auf Kurs bringen will, dann sollte es aufhören, China zu verleumden und Chinas Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsinteressen zu untergraben“, sagte der chinesische Außenminister.