Apple und Google löschen Nawalny-App nach Drohungen

Der US-Technologiekonzern Apple wie auch der Internetriese Google haben die Löschung einer Wahlempfehlungs-App der russischen Opposition mit „beispiellosem“ Druck aus Moskau begründet. Aus mit der Unternehmensentscheidung bei Apple vertrauten Kreisen hieß es gestern, die russische Regierung habe mit der Festnahme von heimischen Apple-Mitarbeitern und -Mitarbeiterinnen gedroht.

Aus informierten Kreisen bei Google hieß es ebenfalls, die russische Regierung habe mit der Festnahme von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie enormen rechtlichen Repressalien gedroht. Der Druck aus Moskau sei „beispiellos“ gewesen.

Apple und Google hatten die App „Smart Voting“, die Wahlempfehlungen für Oppositionsbündnisse gegen Kandidaten und Kandidatinnen der Regierungspartei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin geben sollte, mit Beginn der Parlamentswahl am Freitag entfernt.

Unterstützer des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny warfen den US-Unternehmen daraufhin Zensur vor. Die Unternehmen hätten der „Erpressung des Kremls“ nachgegeben, sagte der im Exil lebende Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow. Der Kreml begrüßte dagegen die Löschung der App.