Vulkanausbruch auf La Palma: Erstmals Flüge gestrichen

Nach einer erneuten Eruption des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma sind gestern alle Flüge von und zu der Kanareninsel gestrichen worden. Die insgesamt sieben Flüge der Fluggesellschaften Binter, Canaryfly und Iberia seien abgesagt worden, teilte die spanische Flughafenbetreibergesellschaft Aena mit. Es waren die ersten gestrichenen Flüge, seitdem der Cumbre Vieja am Sonntag ausgebrochen war.

La Palma: Weitere Orte evakuiert

Fünf Tage nach dem Vulkanausbruch auf der spanischen Insel La Palma werden weitere Orte evakuiert. Der Vulkan ist immer noch aktiv. Bisher wurden 400 Häuser zerstört. Nun will Spanien die Vulkaninsel zum Katastrophengebiet erklären.

Wegen großer Mengen Vulkanasche war der kommerzielle Flugverkehr mit der spanischen Kanareninsel La Palma auch heute weiter unterbrochen. Flüge zu den Nachbarinseln Teneriffa und La Gomera wurden jedoch wiederaufgenommen, teilte die Fluggesellschaft Binter auf Twitter mit. Fähren von La Palma nach Teneriffa waren nicht betroffen. Die Überfahrt dauert etwa vier Stunden.

Explosionen und weiterhin Lavaströme

Der Vulkan speit unterdessen weiter Lava. Zudem gibt es immer wieder Explosionen, da der Ausbruch Expertinnen und Experten zufolge nun in eine neue Phase eingetreten ist, die als hochexplosiv gilt.

Laut dem kanarischen Vulkanforschungsinstitut Involcan können die Eruptionen noch zwischen drei und zwölf Wochen andauern. Die Behörden ordneten weitere Evakuierungen für Teile der Ortschaft El Paso an. Aufgrund der „aktuellen eruptiven Phase“ bestehe ein „erhöhtes Risiko für die Bevölkerung“, teilte die Regionalregierung mit. Mehr als 6.000 Menschen hatten zuvor bereits ihre Häuser verlassen müssen. Hunderte Häuser und große Landstriche wurden durch die Lava zerstört. Die regionalen Behörden schätzen den Schaden auf weit über 400 Millionen Euro.

Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich 1971 ereignet. Überhaupt war er im 20. Jahrhundert nur zweimal ausgebrochen: 1971 und zuvor 1949. Ansonsten galt er als schlafender Vulkan. Zuletzt gab es in der Region 2011 einen Vulkanausbruch am Meeresboden vor der Insel El Hierro.