Japan strebt höhere Löhne durch steuerliche Anreize an

Der neue japanische Ministerpräsident Fumio Kishida will die wachsenden Einkommensunterschiede in seinem Land verringern, auf höhere Steuern auf Kapitalgewinne aber nun doch verzichten. „Wir werden verschiedene Schritte unternehmen, um den Wohlstand umzuverteilen“, sagte Kishida heute bei seiner ersten Anhörung im Parlament. „Die Reihenfolge, in der wir diese Schritte unternehmen, ist entscheidend.“

Dabei bevorzuge er die Anhebung der Löhne durch steuerliche Anreize anstelle höherer Abgaben auf Kapitalgewinne und Dividenden, die er zuvor ins Spiel gebracht hatte. Diese Idee kassierte er nun vorläufig wieder – nach Ansicht einiger Analysten offenbar aus Sorge um eine Erschütterung der Aktienmärkte.

Ziel: Lockerung der Geldpolitik

Kishida gab als kurzfristiges Ziel aus, die Wirtschaft durch eine mutige Lockerung der Geldpolitik, flexible steuerliche Maßnahmen und eine Wachstumsstrategie auf eine solide Grundlage zu stellen. „Es gehört zu den Optionen, einen positiven Kreislauf von Wachstum und Umverteilung zu schaffen“, sagte Kishida, als er von einem Abgeordneten der Opposition auf seine frühere Idee angesprochen wurde, die Kapitalertragsteuer zu erhöhen.

„Aber es gibt andere Dinge, die wir zuerst tun sollten, wie die Reform des Steuersystems, um Lohnerhöhungen zu erreichen.“ Die Regierung werde damit beginnen, die Körperschaftsteuer zu überarbeiten.

Diese solle denjenigen Unternehmen helfen, die die Löhne erhöhen wollen. Kishida verteidigte zudem die „Abenomics“-Wirtschaftspolitik des ehemaligen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, die das Wachstum angekurbelt, Japan aus der Deflation geführt und Arbeitsplätze geschaffen habe.