Schallenberg will Vertrauen in Koalition kitten

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) will das erschütterte Vertrauen in der Koalition als „Mediator“ kitten. Dazu will er Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) vorschlagen, dass das Regierungsteam nach dem Nationalfeiertag zu einem Get-together abseits der Medien zusammenkommt. Was die Spitzenkandidatur der ÖVP bei der nächsten Nationalratswahl angeht, glaubt Schallenberg an Partei- und Klubobmann Sebastian Kurz. ÖVP-Chef werden will er nicht.

Gleich sechs Interviews mit gesamt 13 Medien führte der Kanzler gestern. Zentrale Botschaft Schallenbergs darin ist, dass er die „Emotionalität“ wieder herunterschrauben möchte, wie er im Gespräch mit „Presse“, „Wiener Zeitung“ und „Tiroler Tageszeitung“ sagt: „Wir brauchen ein Grundvertrauen, sonst wird das nicht funktionieren.“

Ihm helfe dabei sicher auch seine jahrelange Erfahrung als Diplomat. Kommende Woche will der Kanzler auch die Klubobleute der Opposition und die Sozialpartner treffen. Im „Kurier"/"Salzburger Nachrichten"/"Vorarlberger Nachrichten“-Interview ergänzte er: „Ich werde mein Amt besonnen und partnerschaftlich anlegen, mit dem Ziel, Stabilität zu erzeugen.“

„Auf dünnem Eis unterwegs“

Mehrfach sprach sich Schallenberg gegen Neuwahlen aus, warnte dabei auch indirekt den Koalitionspartner: „Uns allen muss klar sein, dass wir momentan auf dünnem Eis unterwegs sind. Wenn einer von uns mit dem Fuß aufstampft, sind wir alle im kalten Wasser“, so der Regierungschef gegenüber „Oberösterreichische Nachrichten“, „Standard“ und „Kleine Zeitung“. Gleichzeitig gesteht er beispielsweise in „Österreich“ zu, dass Wunden aus den vergangenen Tagen zurückgeblieben seien.

Ein wenig Persönliches macht Schallenberg in „Heute“ und „Kronen Zeitung“ bekannt. So werde er auch künftig als Single selbst Lebensmittel einkaufen, und historisch gesehen würde er am liebsten Cicero treffen.