Klimagipfel COP26: Sponsoren im Clinch mit Veranstaltern

Mehrere Großkonzerne, die den COP26-Klimagipfel in Glasgow im November sponsern, haben scharfe Kritik an der Organisation der Veranstaltung geübt. Die Sponsoren reichten laut „Guardian“ auch formelle Beschwerden ein, in denen sie „sehr unerfahrene“ Beamte für verspätete Entscheidungen, schlechte Kommunikation und einen Zusammenbruch der Beziehungen zwischen den Organisatoren und den Unternehmen im Vorfeld der wegweisenden Gespräche verantwortlich machen.

Hohe Kosten für Sicherheitsvorkehrungen

Großbritannien hat die COP26-Präsidentschaft inne, an oberster Stelle stehen der ehemalige Wirtschaftsminister Alok Sharma und der Geschäftsmann Nigel Topping, der vergangenes Jahr zum hochrangigen Klimabeauftragten der britischen Regierung ernannt wurde. Die Sponsoren sollten vor allem dazu beitragen, die Kosten für die Polizeiarbeit zu decken, die auf bis zu 250 Millionen Pfund geschätzt werden. In Glasgow werden bis zu 150.000 Demonstranten erwartet, die parallel zu den entscheidenden Klimagesprächen auf die Straße gehen.

„Einzigartige Vorteile“

Zu den Hauptsponsoren gehören der Fernsehsender Sky, die Energieriesen Hitachi, National Grid, Scottish Power und SSE, der US-Technologietitan Microsoft sowie die FTSE-Unternehmen GSK, NatWest, Reckitt, Sainsbury’s und Unilever. Unilever schloss sich dem Protestschreiben laut „Guardian“ nicht an.

Die Sponsoren beschweren sich aber auch darüber, dass mehrere versprochene Zuwendungen bisher nicht erfüllt wurden. Die Organisatoren von Cop26 hatten den Sponsoren als Gegenleistung für ihre Unterstützung eine „herausragende Gelegenheit“ und „einzigartige Vorteile“ versprochen, darunter die Möglichkeit, ihre Marken in der Ausstellungsfläche der „grünen Zone“ der Konferenz zu bewerben, und die Teilnahme von Regierungsministern an ihren Veranstaltungen.

Versprechungen nicht gehalten

Die Sponsoren der Energieunternehmen sollen besonders frustriert sein, weil sie den Eindruck hatten, dass auf der Cop26 keine anderen Energiemarken vertreten sein würden. In der „blauen Zone“, die von der UNO organisiert wird, werden jedoch auch konkurrierende Marken vertreten sein. Auch versprochene Ministerauftritte blieben offenbar aus.

Laut „Guardian“ gibt es aber auch umgekehrt Kritik von den Veranstalter an den Sponsoren: "Ich habe das Gefühl, dass einige dieser Sponsoren den eigentlichen Grund vergessen haben, warum wir in Glasgow sind. Bei COP geht es nicht um Branding, sondern darum, den Klimawandel zu bekämpfen“, sagte ein erfahrener Klimagipfelorganisator.