Metaller-KV: Sozialpartner vor 3. Runde sehr weit auseinander

Morgen gehen die KV-Verhandlungen der Sozialpartner in der Metalltechnischen Industrie in die dritte Runde – und es liegt noch viel Arbeit vor ihnen. Zuletzt boten die Arbeitgeber ein Plus von 2,2 Prozent an, die Arbeitnehmer fordern 4,5 Prozent mehr. Zur Orientierung: Die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate als Verhandlungsbasis lag bei 1,89 Prozent, aktuell liegt die Teuerung bei 3,3 Prozent.

Im Vorjahr gab es bei einer Jahresinflation von 1,4 Prozent ein Lohn- und Gehaltsplus von 1,45 Prozent. Zuletzt hat die Brotindustrie in der Herbstlohnrunde abgeschlossen, das Plus lag bei 2,11 Prozent brutto. Zuvor hatte die Zuckerindustrie mit einem Plus von einem Prozent plus einer Einmalzahlung von 100 Euro den Kollektivvertrag (KV) für ein halbes Jahr fixiert.

Für heuer haben die Gewerkschaften jedenfalls schon angekündigt, dass es im „Börsel kräftig rascheln muss“. Erste Betriebsversammlungen in der Metallindustrie haben bereits als Warnschuss stattgefunden, weitere sind angedroht, wenn es morgen keine Einigung gibt.

„Verantwortungslos“

Die Arbeitgeber erinnerten daran, dass die ersten beiden Verhandlungsrunden von den Gewerkschaften PRO-GE und GPA schon nach kurzer Zeit abgebrochen wurden. Das zeige, dass „die Gewerkschaften im Grunde noch nicht an seriösen Verhandlungen interessiert sind“, so Christian Knill, Fachverbandsobmann der Metalltechnischen Industrie (FMTI). Die Forderungen der Gewerkschaften würden Mehrkosten von bis zu zehn Prozent verursachen und seien „verantwortungslos“.

Die Arbeitnehmervertreter wiederum richteten den Industrievertretern aus: „Die Kampfbereitschaft ist bereits zu Beginn der Lohn- und Gehaltsrunde hoch.“

Auch Handel startet

Morgen findet auch die Forderungsübergabe für die Handelsbeschäftigten statt, sie schließen traditionell schwächer ab als die Metallindustrie, lagen aber im Coronavirus-Jahr 2020 auf gleichem Niveau. Die Arbeitnehmervertreter drängen aufgrund der höheren Teuerung auf einen kräftigen Gehaltsabschluss und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgebervertreter bremsen aber die Erwartungen für die KV-Verhandlungen und verweisen auf die coronavirusbedingt schwierige Lage für manche Teile der Handelsbranche.