Polen – Belarus: Für Tausende weitere Nacht in der Kälte

Im Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen stranden immer mehr Menschen. Mehrere tausend Geflüchtete verbrachten eine weitere Nacht im Freien, zahlreiche Menschen seien inzwischen erkrankt oder hätten sich beim Versuch, Grenzbarrieren zu überwinden, verletzt.

Staatsnahe belarussische Medien warfen dem polnischen Militär Einschüchterungsversuche durch Schüsse vor. Die EU hingegen spricht von einem Angriff durch den autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der gezielt Menschen aus Krisenregionen einfliegen und dann in Richtung polnischer Grenze drängen lassen soll.

Die Lage an der Grenze hat sich seit Wochenbeginn dramatisch verschlechtert, nachdem sich Tausende Menschen von belarussischer Seite aus auf den Weg in Richtung EU machten.

Bereits mehrfach versuchten größere Gruppen vergeblich, die Zaunanlage zu durchbrechen, mit der Polen sie von einem Grenzübertritt abhalten will. Laut Bericht der BBC stehen auf der polnischen Seite des Zauns etwa 15.000 Soldaten.

Russland stellt sich hinter Belarus

In dem Streit zwischen der EU und Belarus über mutmaßlich gezielt herbeigeführte Flüchtlingsbewegungen eskaliert die Lage zunehmend, von mehreren versuchten Grenzdurchbrüchen ist die Rede.

Die Rolle Russlands rückt verstärkt in den Fokus. Bitten, auf den verbündeten Machthaber Lukaschenko einzuwirken, wurden allerdings vom Kreml abgeschmettert. Stattdessen sendet Moskau deutliche Signale der Unterstützung für Lukaschenko. Bereits zum zweiten Mal hintereinander probten zwei russische Tu-160-Kampfflugzeuge, die auch mit Atomwaffen bestückt werden können, Bombenangriffe in einer Übung in Belarus.

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