Deutschland: Ab Mittwoch 3-G am Arbeitsplatz

Nach der Zustimmung des deutschen Bundesrates zum neuen Infektionsschutzgesetz treten in Deutschland nach Angaben des Arbeitsministeriums Mitte kommender Woche schärfere Regeln am Arbeitsplatz in Kraft. „Um Beschäftigte besser zu schützen, gilt ab 24. November #3GamArbeitsplatz“, teilte das Ministerium heute via Twitter mit.

Ab Mittwoch müssen Beschäftigte somit vor Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Ausnahmen gibt es lediglich, wenn sich Beschäftigte in der Arbeitsstätte testen oder impfen lassen.

Die Regeln sollen dabei helfen, das zuletzt stark gestiegene Infektionsgeschehen einzudämmen. Beschäftigte haben nach Ministeriumsangaben „eigenverantwortlich Sorge dafür zu tragen, dass sie gültige 3-G-Nachweise vorlegen können“.

„Es ist zehn nach zwölf“

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hatten zuvor ein dramatisches Bild der Coronavirus-Lage gezeichnet. „Die Dynamik ist ungebrochen“, sagte Spahn heute in Berlin. Die Lage sei ernster als vorige Woche. „Es ist zehn nach zwölf.“

Mit Verweis auf die Lage in deutschen Spitälern sagte Spahn: „Wir sind in einer nationalen Notlage, die auch eine gemeinsame Kraftanstrengung braucht.“ Wieler verwies darauf, dass in mehr als einem Viertel der Landkreise die 7-Tage-Inzidenz über 500 liege, viele Krankenhäuser seien am Anschlag. „Wir müssen jetzt das Ruder herumreißen. Wir dürfen wirklich keine Zeit verlieren.“

Der RKI-Präsident forderte unter anderem, Hotspots wie schlecht belüftete Bars zu schließen, und betonte die Wichtigkeit von Impfungen. „Die Impfungen wirken sehr, sehr gut“, sagte Wieler. „Wir müssen jetzt die Impflücken schließen.“

Spahn verwies auf Fortschritte beim Impfen. In der kommenden Woche würden mehr als sechs Millionen Dosen ausgeliefert nach zuvor um die vier Millionen, sagte Spahn. Mittlerweile seien wieder mehr als 45.000 Arztpraxen an Impfungen beteiligt, im Sommer seien es 20.000 gewesen und in der Hochphase 75.000. Die Tendenz geht laut Spahn „klar in die richtige Richtung“.

Neue Risikogebiete

Deutschland stufte heute zudem weitere Länder als Risikogebiete ein. Die Niederlande, Belgien, Griechenland und Irland wurden zu Hochrisikogebieten erklärt. Alle vier EU-Länder verzeichnen derzeit stark steigende Infektionszahlen. Österreich wurde bereits vergangene Woche als Hochrisikogebiet eingestuft.