Putin fordert von EU Lösung für Gestrandete in Belarus

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei einem Gespräch mit EU-Ratschef Charles Michel eine rasche Lösung der Krise um die Tausenden gestrandeten Geflüchteten in Belarus an der Grenze zu Polen gefordert. Die Situation müsse auf Grundlage des internationalen humanitären Rechts gelöst werden, teilte der Kreml gestern nach dem Gespräch mit. Putin unterstützt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der von der EU die Aufnahme von 2.000 Menschen fordert.

Putin habe erneut für eine enge Abstimmung Brüssels mit Minsk geworben, wie das auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Lukaschenko bei ihren Telefonaten vereinbart hätten. Der Staatschef habe in diesem Zusammenhang vor neuen Sanktionen der EU gegen Belarus gewarnt, diese seien kontraproduktiv, teilte der Kreml weiter mit. Putin hoffe, dass Michel auf die Regierung in Warschau einwirke, damit diese keine neue Gewalt gegen die Migranten zulasse und Abstand nehme von Handlungen, die zu einer Eskalation der Lage führen könnten.

2.000 in Notunterkuft

Putin habe auch den Einsatz von Tränengas, Leuchtgranaten und anderen Spezialmitteln gegen die Menschen an der Grenze beklagt. Dort hatte es zuletzt mehrere Verletzte bei einem Wasserwerfereinsatz von polnischer Seite gegeben.

In einer Notunterkunft in einer Lagerhalle in Brusgi an der Grenze harren weiter rund 2.000 Menschen aus, die eine Aufnahme in der EU fordern. Ihr Ziel ist vor allem Deutschland. Die EU wirft Lukaschenko vor, die Menschen gezielt aus dem Irak, Syrien und anderen Krisenregionen angelockt zu haben, um die Lage in der EU zu destabilisieren.