Selenski warnt vor Staatsstreich Anfang Dezember

In der Ukraine gibt es nach Angaben der Regierung Pläne für einen Staatsstreich. Präsident Wolodymyr Selenski sagte heute auf einer Stunden andauernden Pressekonferenz, ihm lägen Geheimdienstinformationen vor, dass es am 1. oder 2. Dezember einen Putsch geben solle. Es gebe entsprechende Tonaufnahmen.

Auf die Frage, ob Russland dabei seine Hände im Spiel habe, sagte Selenski, darüber könne er nicht sprechen. Die Ukraine habe aber volle Kontrolle über ihre Grenzen und sei bereit für den Fall, dass es zu einer Eskalation mit Russland komme. Die Regierung in Moskau erklärte umgehend, sie habe mit einem angeblichen Staatsstreich nichts zu tun und hege auch keine Pläne für eine Teilnahme daran.

Merkel besorgt über Truppenbewegung

Gestern hatte sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel besorgt über russische Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze geäußert. Auch die USA und die NATO befürchten, dass es zu einem russischen Angriff kommen könnte. Die Ukraine strebt einen Beitritt zu dem westlichen Militärbündnis an. Russland hat erklärt, damit würde für Moskau eine rote Linie überschritten.

Die Ukraine hat zuletzt 8.500 zusätzliche Sicherheitskräfte an die Grenze zu Belarus entsandt. Sie fürchtet zum einen, in den Streit zwischen dem Nachbarland und der EU hineingezogen zu werden. Zum anderen wirft sie Russland vor, im großen Stil Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen. Demzufolge könnte Russland etwa auch die belarussische Grenze für einen Angriff nutzen.

Moskau weist das zurück und spricht seinerseits von zunehmenden Aktivitäten der NATO in der Region. Daher müsse die Gefechtsbereitschaft russischer Streitkräfte ebenso aufrechterhalten werden wie die russischen Atomwaffenkapazitäten, hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu gesagt.