Hendlbauern kritisieren Handel für Billigangebote

Die Dachorganisation der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) hat gestern Billigangebote des Lebensmittelhandels kritisiert.

Der Verband vermutete den heutigen „Black Friday“ als Mitgrund für die Rabattschlacht, bei der sich die Händler gegenseitig unterbieten würden. „Aber welche Botschaft vermittelt man den Österreicherinnen und Österreichern, wenn 1 kg österreichisches Hendl um 1,99 Euro angeboten wird wie aktuell bei Hofer?“, fragte die ZAG in einer Aussendung.

„Die Wertigkeit für hochqualitatives, österreichisches Geflügel geht bei solchen Preisen zur Gänze verloren. Wenn ein österreichisches Hendl so billig angeboten wird, dann leiden alle entlang der Produktionskette“, hieß es weiter.

Während die Masthühnerhalter unter Druck stünden, immer billiger zu produzieren, seien die Futtermittelkosten seit mehr als einem Jahr im Ansteigen.

Im Jahresvergleich ist das Masthendlfutter laut AMA um ein Drittel (32 Prozent) teurer geworden. Aufgrund der Rabattschlacht im österreichischen Handel drohen nun Preisreduktionen auf Ebene der Geflügelhalter. Dieser Entwicklung wollen die Geflügelmäster entgegentreten.

Seit 20 Jahren habe es für Masthühnerhalter de facto keine Preisanhebung beim Geflügelpreis. Ertragssteigerungen hätten sich nur durch die bessere Futterverwertung und höhere Tageszunahmen bei den Tieren ergeben.

Der Verband verwies darauf, dass heimische Masthühnerhalter entsprechend dem österreichischen Tierschutzgesetz nach den EU-weit strengsten und für die Tiere besten Haltungsbestimmungen arbeiteten. Bei Konsumenten hinterließen starke Rabatte bei Fleisch den Eindruck, dass die Produkte auch zu diesen Konditionen produziert werden können, kritisierte die ZAG weiters.

Es entstehe ein neues Preisempfinden für das Produkt und die Erwartungshaltung nach ähnlich tiefen Preisen beim nächsten Einkauf.