Deutscher Minister will selektive Impfpflicht bald umsetzen

Der vor dem Regierungswechsel noch geschäftsführend im Amt befindliche, deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat angekündigt, die Impfpflicht für Spitäler und Heime noch vor Weihnachten umsetzen zu wollen. Auch Profisportler hätten eine „moralische Impfpflicht“, sagt Hubertus Heil, einem Vorabbericht der Zeitung „Bild am Sonntag“ zufolge. „Das Wichtigste ist, dass sich mehr Menschen impfen lassen.“

„Zum Beispiel Profifußballer“

Das gelte auch „für diejenigen, die viel verdienen und im Rampenlicht stehen, zum Beispiel Profifußballer. Es gibt eine moralische Impfpflicht.“ Heil befürwortet auch eine allgemeine Impfpflicht, eine Debatte darüber müsse jedoch richtig geführt werden: „Denn wenn die Impfpflicht kommen soll, muss sie rechtssicher und praktisch umsetzbar sein.“

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Bürger eindringlich dazu auf, einen Lockdown durch freiwillige Kontaktbeschränkungen zu verhindern. „Wichtig ist, dass wir jetzt alle gemeinsam handeln“, schrieb Steinmeier in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Steinmeier appellierte zudem erneut an die Menschen, sich impfen zu lassen.

Zuletzt hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig.

Drei Viertel der Spitäler müssen OPs verschieben

Aufgrund der vielen Covid-19-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben.

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland stieg unterdessen erneut und erreichte einen Höchststand. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl heute mit 446,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag war der Wert bei 444,3 gelegen, vor einer Woche bei 372,7 (Vormonat: 130,2). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 104 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle.