Haneda-Flughafen in Tokio
APA/AFP/Philip Fong
Omikron-Fälle in Asien

Japan und Hongkong schließen Grenzen

Seit ihrer ersten Entdeckung letzte Woche ist die neue CoV-Variante Omikron weltweit in vielen Ländern aufgetaucht. Nachdem einige Länder Reisebeschränkungen für Länder des südlichen Afrikas verhängt haben, entscheiden sich andere zu kompletten Einreisesperren für Ausländern. Nachdem Israel diesbezüglich schon am Wochenende den Anfang gemacht hatte, schlossen sich nun auch Japan und Hongkong an.

Personen mit Wohnsitz in Angola, Äthiopien, Nigeria und Sambia sei mit Dienstag die Einreise verboten, teilte die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong mit. Darüber hinaus dürfen Ausländer, die sich in den letzten 21 Tagen in Deutschland, Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Israel oder Italien aufgehalten haben, ab Donnerstag nicht mehr einreisen.

Vollständig geimpften Einwohnerinnen und Einwohnern steht Hongkong weiter offen: Sie müssen sich allerdings zunächst sieben Tage in eine staatliche Quarantäneeinrichtung begeben und sich zusätzlich auf eigene Kosten zwei weitere Wochen in einem Hotel isolieren.

Haneda-Flughafen in Tokio
AP/Kyodo News/Shinji Kita
Immer mehr Länder reagieren mit Einreisestopps oder -beschränkungen

Auch Japan verbietet Einreise für Nichtstaatsbürger

Seit Mitternacht ist Ausländerinnen und Ausländern die Einreise nach Japan verboten. Ministerpräsident Fumio Kishida hatte das davor angekündigt. Japanerinnen und Japaner, die aus bestimmten Ländern zurückkehrten, müssten in gesonderten Einrichtungen in Quarantäne, fügte er hinzu.

Japan und Hongkong folgen damit dem Beispiel Israels, das sich am Samstag als erstes Land im Kampf gegen die Ausbreitung der zunächst im südlichen Afrika entdeckten neuen Virusvariante mit Grenzschließungen abgeschottet hat. Erst am Freitag hatte die Regierung in Tokio die Einreisekontrollen für Menschen aus sechs afrikanischen Ländern verschärft.

Kurz nachdem die Einreisesperre verkündet worden war, wurde bekannt, dass die Omikron-Variante auch Japan erreicht hat. Ein aus Namibia eingereister Mann sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilte Kabinettschef Hirokazu Matsuno mit. Der Betroffene befinde sich in einer medizinischen Einrichtung. Man wisse bereits, mit welchen Personen er Kontakt gehabt habe. Details würden noch mitgeteilt. Die Nationalität des Betroffenen werde aber nicht offengelegt.

Fidschi-Inseln heißen Besucher weiter willkommen

Die Fidschi-Inseln wollen hingegen ab Mittwoch wieder ausländische Touristen ins Land lassen. Regierungschef Frank Bainimarama sagte im Parlament, seine Regierung halte an der seit Langem geplanten Grenzöffnung fest. Das Land müsse sich von der „schrecklichen Pandemie“ und ihren wirtschaftlichen Folgen erholen, sagte Bainimarama, der den ersten Flug von Fiji Airways von Australien persönlich auf dem Flughafen von Nadi in Empfang nehmen will.

Fidschi hat nach der Entdeckung der Omikron-Variante die Einreisebestimmungen für Reisende aus dem südlichen Afrika verschärft, die Regeln für vollständig geimpfte Urlauber aus „Reisepartnerländern“ aber nicht geändert.

WHO stuft Risiko als „sehr hoch“ ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte das weltweite Risiko durch Omikron am Montag nach oben – von „besorgniserregend“ auf „sehr hoch“. Ein starker Anstieg der Infektionsfälle könnte schwerwiegende Folgen haben, warnte die Organisation. In Südafrika rechneten Experten bereits mit explodierenden Fallzahlen.

Nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftlerinnen und Wisschenschaftler könnte die Variante wegen der ungewöhnlich vielen Mutationen noch ansteckender als die weltweit grassierende Delta-Variante sein – und die Impfstoffe weniger wirksam machen. Die WHO wies auf die vielen noch bestehenden Unsicherheiten zur Übertragbarkeit und Gefährlichkeit der neuen Virusvariante hin. „Bisher wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit der Omikron-Variante gemeldet“, betonte die Organisation.

Erster Hinweis kam aus Botsuana

Dass man aktuell weltweit Fälle er neuen Variante findet, kann auch daran liegen, dass man erst seit Kurzem weiß, wonach man suchen muss: Erste Hinweise auf die Omikron-Variante kamen nach Wissenschaftlerangaben aus dem afrikanischen Staat Botsuana. Bei einer Pressekonferenz des südafrikanischen Gesundheitsministeriums sagte die Wissenschaftlerin Anne von Gottberg vom südafrikanischen Nationalen Institut für Ansteckende Krankheiten (NICD) am Montag in Johannesburg: „Botsuana hat als Erstes eine der Sequenzen identifiziert.“ Südafrika habe dann weitere Untersuchungen vorgenommen.

Botsuanas Gesundheitsministerium hatte in einer Stellungnahme Ende vergangener Woche betont, bei den ersten Verdachtsfällen habe es sich um vier ausländische Diplomaten gehandelt, deren Nationalität aber nicht genannt wurde. Das könnte neue Spekulationen über den Ursprung des Virus aufwerfen. Wissenschaftler vermuten, dass die Omikron-Mutation in Immunschwäche-Patienten entstanden sein könnte – mehr dazu in science.ORF.at.

Ministeriumssprecherin Shirley Mukamambo bestätigte am Montag der dpa, dass das Quartett am 11. November positiv getestet wurde. Die Analyse der Ergebnisse ergab am 22. November den Hinweis auf eine neue Virusvariante, die schließlich am 24. November als B 1.1.529 bekanntgemacht wurde.

Fälle in etlichen Ländern

Mittlerweile sind in etlichen Ländern Fälle der Variante aufgetaucht. Neben Österreich, Großbritannien, Portugal und den Niederlanden meldeten in Europa auch Dänemark, Belgien, Tschechien, Deutschland und Italien Fälle. Auch Schweden und Spanien meldeten am Montag Fälle, einen Verdachtsfall gibt es in der Schweiz.