KZ-Prozess: Angeklagter will Landarbeiter gewesen sein

In einem Prozess in Deutschland um die Massentötungen von Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen hat der Angeklagte heute erklärt, von 1941 bis 1945 zum größten Teil als Landarbeiter bei Pasewalk tätig gewesen zu sein.

Zuvor hatte der 101-Jährige in dem Prozess in Brandenburg an der Havel mehrfach bestritten, als Wachmann der SS in dem KZ tätig gewesen zu sein, wie die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft.

In einer von seinem Verteidiger zusammengefassten Erklärung äußerte sich der Angeklagte erstmals zu seiner angeblichen Tätigkeit in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs.

Laut Anklage soll er als SS-Wachmann in dem KZ von 1942 bis 1945 Beihilfe zum Mord an Tausenden Häftlingen geleistet haben. Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei auf Dokumente zu einem SS-Wachmann mit dem Namen, dem Geburtsdatum und dem Geburtsort des Angeklagten. In dem Prozess hatte auch der Historiker Stefan Hördler zahlreiche Belege zur Tätigkeit dieses Mannes in mehreren SS-Wachkompanien geliefert.

Im KZ Sachsenhausen wurden zwischen 1936 und 1945 nach Angaben der dortigen Gedenkstätte mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende Häftlinge kamen dort durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen um oder wurden Opfer systematischer Vernichtungsaktionen.