Das Bundeskanzleramt in Wien
APA/Herbert Neubauer
Omikron-Krisengipfel

CoV-Strategie auf Prüfstand

Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante sorgt auch in Österreich noch vor Weihnachten für ein Krisentreffen mit Vertretern der Regierung, der Bundesländer und erstmals der Spitze der neuen Gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (GECKO). Ob am Mittwoch auch neue Maßnahmen – sprich Verschärfungen – auf den Weg gebracht werden, war im Vorfeld noch schwer absehbar. Es gehe darum, die „Strategie zu überprüfen“, sagte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag.

Weitgehend offen ließ der derzeitige Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Platter, allerdings, ob wegen Omikron weitere Maßnahmen zu erwarten seien. Er erwarte sich von den Experten bei der Sitzung am Mittwoch Informationen zur Omikron-Variante und dazu, wie sich die Situation entwickle. Daraus ableitend stelle sich dann die Frage, ob Maßnahmen notwendig seien bzw. man „nachschärfen“ müsse oder nicht. Platter hatte sich zuletzt immer für eine bundeseinheitliche Vorgangsweise in Sachen Pandemie ausgesprochen.

Laut Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) werden mögliche Verschärfungen angesichts der Omikron-Variante nicht auf der Tagesordnung der Videokonferenz stehen. „Der Austausch gilt der Krisenorganisation der nächsten Wochen, wir wollen uns bestmöglich vorbereiten“, sagte Wallner. Es müsse sichergestellt werden, dass, wenn CoV-Fälle schlagartig zunehmen sollten, genügend Kapazitäten im Spitalsbereich vorhanden seien.

Verpflichtende 2-G-Kontrolle für Geschäfte in Salzburg

Welche Maßnahmen Salzburg bezüglich der Omikron-Variante getroffen hat, will wiederum Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) vorstellen. Ab Jänner muss die 2-G-Regel im Handel verpflichtend kontrolliert werden. Zudem soll für das Contact-Tracing präventiv mehr Personal eingesetzt werden, also noch bevor die Infektionszahlen erwartungsgemäß steigen, sagte ein Sprecher Haslauers.

Das dafür nötige Personal werde aus verschiedenen Quellen wie dem Arbeitsmarktservice (AMS) und Bundesheer rekrutiert. Diese Maßnahme ist in dem vom Covid-Board des Landes erstellten Eskalationsplan enthalten. Zudem führe Salzburg schon jetzt die Sequenzierung auf Omikron selbst durch.

Stelzer erwartet einheitliche Regeln

„Sollten weitere Schutzmaßnahmen notwendig sein, sind diese aus meiner Sicht österreichweit einheitlich zu setzen“, sagte am Dienstag Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). „Die Delta-Variante hat vor Ländergrenzen keinen Halt gemacht, Omikron wohl noch weniger“, so Stelzer, der somit von der Bund-Länder-Runde eine einheitliche Vorgangsweise erwartet.

Stelzer zufolge sehe man in anderen Ländern, dass sich die neue Mutation teils explosionsartig verbreite. „Wir müssen uns jedenfalls auf ein Worst-Case-Szenario vorbereiten“, sagte Stelzer, dem zufolge die Auswirkung auf die künftigen Hospitalisierungsraten „weiterhin die Richtschnur für unser Handeln sein“ müsse.

„Wie schaut es mit Omikron aus?“

Der steirische Landeschef Hermann Schützenhöfer (ÖVP) wird ebenfalls an der Konferenz per Video teilnehmen. „Meine Frage dabei ist vor allem: Wie schaut es mit Omikron aus, was haben wir zu erwarten und wie schaffen wir es, bei einer fünften Welle keinen Lockdown haben zu müssen?“ Von den Experten und von GECKO wolle er schließlich wissen, ob die Lage noch wie vor einigen Tagen beurteilt werde oder ob es mittlerweile neue Erkenntnisse bezüglich der Omikron-Variante gebe.

Auch für Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) geht es auf dem CoV-Krisengipfel in erster Linie um eine Bestandsaufnahme und um die Einschätzung, was die Prognosen und notwendigen einheitlichen Maßnahmen zum Schutz vor der Omikron-Welle betrifft, wie sein Sprecher wissen ließ. Eine Einschätzung und Empfehlungen der Experten erwartet sich auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), wie es aus dessen Büro zur APA hieß.

Und auch für Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wird es „darum gehen, eine möglichst klare Prognose durch die Expertinnen und Experten zu erhalten und daraus abzuleitende Entscheidungen zu diskutieren“, wie sie im Vorfeld des Gipfels auf Anfrage mitteilte. Auch auf Bundeslandebene werden weitere Vorkehrungen getroffen. In Niederösterreich appellierte das Land zuletzt etwa an die Betreiber kritischer Infrastruktur, die Krisenpläne anzupassen – mehr dazu in noe.ORF.at.