Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein
APA/Georg Hochmuth
Mückstein will Zeit gewinnen

„Können Omikron nicht aufhalten“

Angesichts der Verbreitung der Omikron-Variante gibt es am Mittwoch erneut ein Krisentreffen. Bereits im Vorfeld äußerte sich Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und rief zur dritten Impfung auf. „Wir werden Omikron nicht aufhalten können, aber wir können Zeit gewinnen, um uns bestmöglich vorzubereiten“, so Mückstein nach einem Arbeitstreffen mit dem WHO-Regionaldirektor für Europa. Fragen nach möglichen Verschärfungen ließ er offen.

Die Wissenschaft lerne jeden Tag mehr über Omikron und aufgrund dessen könne die Politik Entscheidungen treffen, so Mückstein. Bisher wisse man, dass auch Geimpfte und Genesene erkranken können, weshalb man die Quarantäneregeln angepasst habe. Die neue geschaffene gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination (GECKO) werde am Mittwoch ein neues Update geben.

Als gute Neuigkeiten wertete Mückstein die EMA-Freigabe des proteinbasierten Impfstoffes von Novavax. Österreich habe die höchstmögliche Menge, nämlich 750.000 Dosen bestellt. Die ersten Lieferungen seien für Ende Jänner angekündigt. Er rief aber auf, nicht auf den Impfstoff zu warten. Die mRNA-Impfstoffe wären genauso wirksam. „Nutzen Sie das Angebot. Boostern Sie vor den Feiertagen und machen Sie sich und Ihrer Familie dieses Weihnachtsgeschenk.“

Mückstein will bei Omikron Zeit gewinnen

Mückstein äußerte nach einem Treffen mit dem WHO-Regionaldirektor für Europa zu der ansteckenden Variante.

Fragen zu Verschärfungen bleiben offen

Konkrete Nachfragen ließ er offen, stattdessen verwies er auf die Gespräche am Mittwoch. Zuletzt wurde etwa kolportiert, dass eine Verschärfung der Einreisebestimmungen für Großbritannien, die Niederlande, Dänemark und Norwegen im Raum stehen – mehr dazu in salzburg.ORF.at. In diesen Ländern ist die Variante bereits besonders stark verbreitet.

„Das ist eine Möglichkeit, die wir besprechen“, sagte Mückstein. Die CoV-Krisenkoordination GECKO soll morgen eine Einschätzung dazu abgeben. Bei Fragen zu einer möglichen Verschärfung der Weihnachtsregeln für Ungeimpfte verwies er ebenfalls auf die Krisenkoordination. Auch eine Prognose für Jänner wollte Mückstein nicht abgeben.

Krisentreffen mit Krisenkoordination

Diese Fragen sollen am Mittwoch zumindest besprochen werden. Am Vormittag treffen sich Vertreter der Regierung, der Bundesländer und erstmals der Spitze der neuen Krisenkoordination GECKO. Es gehe darum, die „Strategie zu überprüfen“, sagte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag. Weitgehend offen ließ auch Platter, der derzeitige Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, allerdings, ob wegen Omikron weitere Maßnahmen zu erwarten seien.

Er erwarte sich von den Experten bei der Sitzung am Mittwoch Informationen zur Omikron-Variante und dazu, wie sich die Situation entwickle. Daraus ableitend stelle sich dann die Frage, ob Maßnahmen notwendig seien bzw. man „nachschärfen“ müsse oder nicht. Platter hatte sich zuletzt immer für eine bundeseinheitliche Vorgangsweise in Sachen Pandemie ausgesprochen. Auch andere Länderchefs teilten im Vorfeld mit, sie würden sich vor allem Bestandsaufnahmen erwarten.

Vor dem Treffen wurde deutlich vor der Virusvariante gewarnt. Zuletzt wurde vor allem thematisiert, dass aufgrund der hohen Ansteckung bei Omikron eine große Zahl an Erkrankungen und damit zusammenhängenden Personalausfällen zu Engpässen in der Versorgung führen könnten. Mehrere Bundesländer besprachen Krisenpläne – mehr dazu in noe.ORF.at und wien.ORF.at.

Elling: Verläufe wohl auf Delta-Niveau

Auch der Mikrobiologe Ulrich Elling vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Akademie der Wissenschaften sah die Zahl der möglichen Erkrankungen als große Herausforderung. Das sei vor allem für Ungeimpfte gefährlich. Laut Elling mehren sich die Hinweise darauf, dass Omikron etwa gleich schwere Verläufe wie die Delta-Variante hervorrufe.

Ulrich Elling über Omikron

Die Ausbreitung der Omikron-Variante in vielen Staaten ist Thema im Interview mit Ulrich Elling,

Dass bereits mehrfach von niedrigeren Hospitalisierungsraten berichtet wurde, steht im Zusammenhang mit dem Schutz durch die Impfung und bereits durchgemachten Infektionen. Er verwies dabei auch auf Südafrika, wo sich bereits sehr viele Menschen infiziert haben dürften, wodurch ein guter Immunschutz bestehe. In den europäischen Ländern sei die Lage aber eine andere.

Elling rief dazu auf, dass so intensiv wie möglich zum dritten Mal geimpft werde. Zu möglichen Einreisebeschränkungen zeigte er sich allerdings skeptisch. Diese hätten am Anfang geholfen, würden die Zahlen aber nun nicht mehr signifikant reduzieren.