Von Laer für mehr Schnelltests, gegen Abkehr von Teststrategie

Virologin Dorothee von Laer spricht sich angesichts der Omikron-Welle für einen verstärkten Einsatz von Antigen-Schnelltests aus.

Gerade jetzt sei Testen weiterhin sehr wichtig, bekräftigte sie im Ö1-Mittagsjournal. Eine absolute Sicherheit gebe es auch bei den aussagekräftigeren PCR-Tests nicht, „den Anschein sollte man nicht erwecken“, warnte sie und betonte die Relevanz der FFP2-Maske und Abstandsmaßnahmen.

Virologin Dorothee von Laer
APA/Herbert Neubauer

Die Sicherheit nach einem negativen Test nehme „von Stunde zu Stunde ab“, insbesondere Omikron hat eine kürzere Inkubationszeit. Bei einer Gültigkeit von 48 Stunden (PCR-Tests) kann man in diesem Zeitraum viruspositiv werden, betonte die Wissenschaftlerin.

Testkapazitäten noch nicht erschöpft

Antigen-Schnelltests könnten zumindest hochansteckende Personen „herausfischen“, betonte die Expertin der MedUni Innsbruck. Einen Strategiewechsel weg von Tests hält von Laer „nicht für angebracht“. Auch wenn es immer wieder Engpässe gebe, könne hierzulande noch „mit einer Verdoppelung der Zahlen auch beim Testen“ umgegangen werden. Allerdings sollte man eben parallel dazu anfangen, verstärkt Antigen-Tests anzubieten.

Am Vortag hatte sich Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, in einem Puls24-Interview für ein Umdenken bei der Teststrategie ausgesprochen. Aus ihrer Sicht sollte die Strategie „eher auf vulnerable Gruppen“ fokussieren, „aber nicht jeden kreuz und quer testen, der sich dann sicher fühlt, aber dann möglicherweise hochinfektiös ist“. Einer Änderung der Teststrategie hatte Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) sofort eine Absage erteilt.