Olympia: Diplomatischer Boykott von Den Haag und Kopenhagen

Die Niederlande werden keine Regierungsdelegation zu den Olympischen Winterspielen nach Peking schicken. Das sagte ein Sprecher des Außenministeriums gestern der Nachrichtenagentur ANP in Den Haag. Das habe das Kabinett entschieden. Als Grund nannte der Sprecher, dass wegen der Coronavirus-Maßnahmen auch keine Zuschauer und Zuschauerinnen aus dem Land zugelassen seien. Wenig später entschied sich auch Dänemark für einen diplomatischen Boykott, wie Außenminister Jeppe Kofod erklärte.

In den Niederlanden sei ein weiterer Grund für den Schritt, dass man nicht die Menschenrechtslage ansprechen könne. Durch die Coronavirus-Maßnahmen gebe es „nur begrenzten Raum für ein inhaltliches Programm und für bilaterale Kontakte mit dem Gastland, bei denen die großen Sorgen der Niederlande über die Menschenrechtslage auf eine angemessene Weise besprochen werden können“, zitierte ANP den Sprecher.

Bereits zuvor hatte König Willem-Alexander mitgeteilt, dass er nicht nach China reisen werde. Als Grund hatte er die Pandemie angeführt. Andere EU-Mitgliedsstaaten werden ebenfalls nicht mit einer offiziellen Delegation in China vertreten sein. Die US-Regierung hatte erklärt, die Spiele wegen der Menschenrechtslage diplomatisch zu boykottieren. Australien, Kanada, Großbritannien und Neuseeland schlossen sich an. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres wird dagegen zur Eröffnungsfeier am 4. Februar nach Peking reisen.