Das Palai Coburg in Wien
APA/AFP/Alex Halada
Iran

Gespräche gehen in entscheidende Phase

Die Verhandlungen zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran gehen laut iranischen Staatsmedien in die entscheidende Phase. Die Unterhändler reisten über das Wochenende für Konsultationen in ihre Heimatländer, während in Wien die Gespräche auf Expertenebene fortgesetzt wurden, wie Irans staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Samstag berichtete. Am Montag sollen die Verhandlungen demnach fortgeführt werden.

„Wir befinden uns jetzt in einem Stadium der Verhandlungen, in dem wir schwierige Fragen erörtern und überlegen, wie wir die Themen, auf die wir uns im Prinzip geeinigt haben, in Worte fassen und in ein Dokument aufnehmen können“, zitierte IRNA eine anonyme Quelle. „Das ist einer der mühsamsten, langwierigsten und schwierigsten Teile der Verhandlungen.“

Das internationale Atomabkommen soll Teheran am Bau von Atomwaffen hindern. Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen und hatten erneut schwerwiegende Sanktionen gegen Teheran verhängt. Danach zog sich der Iran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

Washington indirekt dabei

Im November nahmen die fünf noch verbliebenen Vertragspartner des Iran – Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China – die Gespräche über eine Wiederbelebung wieder auf. Der jetzige US-Präsident Joe Biden signalisierte grundsätzlich Bereitschaft dazu – ob es wirklich dazu kommt, darüber wird in Wien verhandelt. Washington nimmt indirekt an den Verhandlungen teil.

Einigung im Februar?

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte sich am Freitag vorsichtig optimistisch gezeigt. Vor Weihnachten sei er „sehr pessimistisch“ gewesen, sagte der Spanier nach einem informellen Treffen mit den EU-Außenministern im westfranzösischen Brest. Doch nun gebe es in Wien eine „bessere Atmosphäre“. „Heute glaube ich, dass es möglich ist, ein Abkommen zu erzielen.“

Der russische Unterhändler Michail Uljanow sagte, er rechne mit einer Einigung im Februar. „Es gibt Fortschritte, aber wir brauchen noch Zeit“, erklärte er in einem Interview mit der „Presse“ (Samstag-Ausgabe). „Im vergangenen Jahr waren wir mehrere Male am Rand einer unkontrollierten Eskalation. Es ist uns hinter den Kulissen gelungen, diese Probleme beizulegen. Aber das Risiko bleibt“, so der Spitzendiplomat.

US-Außenminister Antony Blinken hatte am Donnerstag gesagt, dass nur noch „ein paar Wochen“ übrig seien, um das Abkommen von 2015 zu retten. Washington werde „andere Optionen“ in Betracht ziehen, falls die Verhandlungen scheitern.