Jugendarbeitslosigkeit: Regierung sieht Coaching als Erfolg

Die Pandemie führt bei Jugendlichen zu großen psychischen Belastungen. Es gehe darum, die wirtschaftlichen Folgen für junge Menschen so gut wie möglich abzufedern, wie ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher und Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne) heute bei einer Pressekonferenz sagten. Ein Mittel dazu sei das Jugendcoaching – ein Programm, mit dem man Erfolge habe, wie es hieß.

Mit dem Programm will man alle unter 18 erreichen, die nicht in einer Ausbildung sind. Im Speziellen geht es um ausgrenzungsgefährdete junge Menschen, solche mit Behinderungen und auch mit migrantischem Hintergrund.

Es ist das zentrale Beratungs- und Unterstützungsinstrument für junge Menschen insbesondere im Rahmen der Ausbildungspflicht im AMS. Die beiden Ministerien kooperieren in der Sache.

„Hohe Wirksamkeit“

Das seit sieben Jahren existierende Programm, das voriges Jahr und heuer jeweils mit rund 55 Mio. Euro budgetiert war bzw. ist, wurde nun evaluiert. Voriges Jahr machten 55.000 junge Menschen mit.

„Es entwickelt laut der Studie eine hohe Wirksamkeit“, sagte Kocher. Evaluiert wurden die Jahre 2014 bis 2018. In der Zeit fanden 50 Prozent jener, die am Programm teilnahmen, innerhalb eines Jahres wieder eine Ausbildung – von Vergleichsgruppen, die nicht teilnahmen, aber nur knapp 17 Prozent, so Mückstein und Kocher.

Bei Jugendlichen mit Sonderschulabschluss sei die Erfolgswahrscheinlichkeit überhaupt zwanzigmal höher, bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund um 25 Prozentpunkte höher.

Jugendarbeitslosigkeit im EU-Vergleich gering

Nach EU-Definition liegt die Jugendarbeitslosenquote hierzulande aktuell bei zehn Prozent (national: 6,9 Prozent), im EU-Durchschnitt bei 15,4 Prozent. Zwar sei die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich im europäischen Vergleich gering, betonte auch Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) wie ihre Regierungskollegen. Aber jeder Einzelne sei nun einmal einer zu viel.

Verbessert werden könne das Jugendcoaching laut Kocher in einigen Teilbereichen. So könne noch praxisgerechter unterstützt werden, und Schnittstellen zwischen Arbeits- und Sozialministerium sollen effizienter und der Verwaltungsaufwand reduziert werden.

In einzelnen Bundesländern werde auch darüber nachgedacht, über 18-Jährige ins Programm aufzunehmen. Insgesamt handle es sich um ein „gutes Programm mit Verbesserungsmöglichkeiten, das für junge Menschen sehr gut wirkt“, so Kocher.