Ukraine übt mit neu gelieferten US-Waffen

Das Militär der Ukraine testet die kürzlich aus den USA gelieferten Waffen. Bei dem Manöver im Westen des Landes kamen Panzerabwehrraketen und andere Rüstungsgüter zum Einsatz, die zu einem insgesamt 200 Millionen Dollar (177,21 Mio. Euro) schweren Militärhilfepaket der USA gehören. „Diese Waffen werden dabei helfen, Militärfahrzeuge zu stoppen“, so ein Sprecher des ukrainischen Militärs heute. Die Ukraine erwartet schon bald die nächsten Lieferungen aus den USA.

Die ersten von insgesamt 2.000 US-Soldaten, die die Regierung in Washington vor dem Hintergrund der Spannungen mit Russland wegen der Ukraine zur Verstärkung nach Europa schickt, sind nach Angaben des US-Militärs unterdessen in Wiesbaden eingetroffen. Sie sollen in Deutschland ihr Hauptquartier einrichten und von hier aus Fallschirmjäger unterstützen, die ihrerseits nach Polen entsandt werden, wie das Militär mitteilte.

Offizielle Anfrage auch an Deutschland

Die Ukraine hatte auch in Deutschland um Waffenlieferungen angefragt. Die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) zitierte aus einem Brief an das Auswärtige Amt, in dem die Botschaft eine Reihe der gewünschten Waffensysteme auflistet.

Die ukrainische Botschaft bitte in dem Schreiben um Flugabwehrraketensysteme mittlerer Reichweite, tragbare Flugabwehrraketensysteme, Anti-Drohnen-Gewehre, Mikrowellenzerstörungssysteme, elektronische Ortungssysteme, aber auch Nachtsichtgeräte, Überwachungskameras und Munition.

Bisher nur Helme zugesagt

Es handle sich um „Waffensysteme defensiver Natur“, zitierte die „SZ“ aus dem Brief. Die Ukraine bitte um „unverzügliche Hilfeleistung bei der dringenden Anschaffung“.

Die deutsche Regierung lehnt anders als andere NATO-Partner solche Waffenlieferungen ab und hat bisher lediglich 5.000 Helme zugesagt. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock reist kommende Woche in die Ukraine – gleichzeitig mit Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) –, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz in der Woche darauf. In ihrem Koalitionsvertrag hatten die „Ampelparteien“ vereinbart, keine Waffen in Krisenregionen zu liefern.