Trucker-Proteste in Kanada trotzen Polizei

Kanadische Trucker haben am Wochenende trotz mehrerer Polizeieinsätze ihre Proteste gegen die CoV-Maßnahmen der Regierung fortgesetzt. Auf der wichtigen Grenzbrücke zwischen der Stadt Windsor in Kanada und Detroit in den USA begann die Polizei gestern mit der Auflösung von Blockaden.

Polizisten in Kanada lösen eine Blockade auf
AP/The Canadian Press/Nathan Denette

„Wir fordern alle Demonstranten auf, das Gesetz zu befolgen und friedlich zu handeln“, hieß es im Kurznachrichtendienst Twitter. Nachdem aber viele Demonstranten blieben, habe es auch Festnahmen gegeben, und Fahrzeuge seien abgeschleppt worden, hieß es heute. Auch andernorts in Kanada, wie etwa in der Hauptstadt Ottawa, gingen die Proteste weiter.

Premierminister Justin Trudeau kündigte an, dass „die zuständigen Behörden auf Stadt-, Provinz- und Landesebene das haben, was sie brauchen, um diese Blockaden zu beenden und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen“. Bereits zuvor hatte Trudeau die gewaltsame Auflösung von Blockaden nicht ausgeschlossen und die Blockaden illegal genannt. Mit Ontario hat eine der betroffenen Provinz den Notstand ausgerufen.

Autohersteller von Blockaden betroffen

Mit Lastwagen und anderen Fahrzeugen blockieren die Demonstranten und Demonstrantinnen unter anderem Teile der Innenstadt Ottawas. Gegenstand der Proteste waren zunächst Impfvorschriften für Lastwagenfahrer und danach die staatlichen Pandemiebeschränkungen insgesamt. Im Jänner trat eine Verordnung in Kraft, nach der auch Lastwagenfahrer, die aus den USA zurückkehren, einen Impfnachweis vorlegen müssen.

Die Blockade der Ambassador Bridge zwischen Windsor und Detroit – sowie weiterer Grenzübergänge – führte nach Trudeaus Worten zum Stopp der Autoproduktion von sechs Herstellern wegen fehlender Teile. Über die Brücke fließen 25 Prozent des Güterverkehrs zwischen Kandan und den USA – das entspricht pro Tag einem Warenwert von umgerechnet 275 Millionen Euro.