UniCredit erwägt Ausstieg aus Russland

Die Bank-Austria-Mutter UniCredit erwägt angesichts des Ukraine-Krieges einen Ausstieg aus Russland. „Wir müssen die Auswirkungen und Folgen sowie die Komplexität des Rückzugs einer kompletten Bank aus dem Land ernsthaft in Betracht ziehen“, sagte CEO Andrea Orcel laut der Nachrichtenagentur Bloomberg.

UniCredit gehört in Europa zu den Instituten mit einem besonders starken Engagement in Russland – neben der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) und der französischen Societe Generale. Sie betreibt in dem Land 70 Filialen und beschäftigt etwa 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Russland-Tochter des Konzerns hatte Ende Dezember Kredite in Höhe von umgerechnet 7,8 Milliarden Euro in ihren Büchern. Dank Währungssicherungsgeschäften sei das Risiko der UniCredit aber auf 1,9 Milliarden begrenzt. Die grenzüberschreitenden Engagements bei russischen Kunden summieren sich nach Angaben der UniCredit auf 4,5 Milliarden Euro. Dabei seien staatliche Exportgarantien bereits abgezogen.