Chinas Außenminister zu Besuch in Afghanistan eingetroffen

Chinas Außenminister Wang Yi ist erstmals seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban nach Afghanistan gereist. Wang traf heute zu Gesprächen mit der Führung der Taliban in Kabul ein, wie ein Sprecher der Islamisten auf Twitter mitteilte. Im Flughafen wurde er vom Außenminister der Taliban, Amir Khan Muttaki, empfangen.

In der kommenden Woche richtet China ein Treffen der Nachbarstaaten Afghanistans aus, um darüber zu beraten, wie das Land unterstützt werden kann. Die humanitäre Krise in Afghanistan hatte sich seit der Machtübernahme der Taliban drastisch verschärft, Millionen Menschen sind nach UNO-Angaben von Hunger bedroht.

Berichten zufolge wollen China und Pakistan bei der Konferenz in der nächsten Woche auch neue Wirtschaftsprojekte in Afghanistan besprechen.

Kurze Grenze zu Afghanistan

China hat eine 76 Kilometer lange Grenze zu Afghanistan, die sich in einer bergigen Region in der mehrheitlich muslimischen Provinz Xinjiang befindet. Peking befürchtet seit Langem, dass das Nachbarland zu einem Rückzugsort für islamistische Separatisten werden könnte.

Stabilität nach dem jahrzehntelangen Krieg in Afghanistan ist für China von großer Bedeutung. Schon vor der Machtübernahme der Taliban im vergangenen August war Peking darum bemüht, die Beziehungen zu der Islamistengruppe aufrechtzuerhalten. Anders als die meisten westlichen Länder hielt China seine Botschaft in Kabul offen und zog seinen Botschafter nicht ab.