Reeder fordern freies Geleit für festliegende Schiffe

In Häfen im Kriegsgebiet am Schwarzen Meer sitzen nach Schätzungen des deutschen Reederverbandes (VDR) seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine mehr als 60 Handelsschiffe verschiedener Nationen mit über 1.000 Seeleuten an Bord fest.

Deren Versorgung mit Lebensmitteln werde zunehmend schwieriger. „Wir fordern, dass diese Schiffe die Häfen so schnell wie möglich ohne Gefahr eines Angriffs verlassen dürfen“, sagte VDR-Chefin Gaby Bornheim.

Die Frachter müssten freies Geleit bekommen, damit sie mit ihren Besatzungen unbeschadet aus der Kriegszone fahren könnten. Bei einer Ausfahrt aus ukrainischen Häfen drohten ihnen erhebliche Gefahren durch Minen und möglicher Beschuss durch vor der ukrainischen Küste liegende Kriegsschiffe. „Schiffe und ihre Crews dürften nicht zum Faustpfand in diesem Angriffskrieg werden.“

Kiew: Russland für im Meer treibende Minen verantwortlich

Die Ukraine hat Russland unterdessen die Verantwortung für die im Schwarzen Meer treibenden Seeminen gegeben. „Es wurde festgestellt, dass diese Seeminen Anfang 2022 nicht bei den Seestreitkräften der Ukraine registriert waren“, teilte das ukrainische Außenministerium heute mit. Vielmehr handle es sich bei den Minen um jene, die Russland 2014 bei der Annexion der Halbinsel Krim in Sewastopol erbeutet habe.

Das russische Verteidigungsministerium und der für den Grenzschutz zuständige russische Inlandsgeheimdienst FSB hatten davor gewarnt, dass sich von der Ukraine ausgebrachte Seeminen aus der Verankerung gelöst hätten und eine Gefahr für die Schifffahrt seien.