Grenoble erlaubt Burkini: Paris schaltet Justiz ein

Im Streit um die Erlaubnis von muslimischen Ganzkörperbadeanzügen in der französischen Stadt Grenoble will Frankreichs Innenministerium die Justiz einschalten. Der amtierende Innenminister Gerald Darmanin schrieb gestern, er habe den zuständigen Präfekten angewiesen, rechtlich gegen den Beschluss vorzugehen, der unter anderem das Tragen der Burkinis in öffentlichen Bädern zulässt, und gegebenenfalls dessen Aufhebung zu fordern.

Dem grünen Bürgermeister von Grenoble, Eric Piolle, warf Darmanin eine inakzeptable Provokation vor, die im Widerspruch mit den französischen Werten stünde. Der Stadtrat in Grenoble hatte am Vorabend nach kontroverser Debatte für eine Änderung der Schwimmbadordnung gestimmt. Damit sind in den öffentlichen Bädern der Stadt künftig auch Burkinis sowie das Schwimmen mit nackter Brust für alle erlaubt. Zuvor hatte es in Frankreich heftige Diskussionen um das Thema gegeben.

Frankreich versteht sich als laizistisches Land, in dem eine strikte Trennung von Staat und Religion herrscht. Der Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Kontroversen, vor allem im Zusammenhang mit dem Islam.