Nach Rosatom-Aus: Finnisches AKW-Areal soll bleiben

Das Atomkraftkosortium Fennovoima hat seinen Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung für ein sechstes finnisches Atomkraftwerk vorerst zurückgezogen. Das Unternehmen teilte die Entscheidung heute mit, nachdem es vor drei Wochen den Auftrag mit dem russischen AKW-Konzern Rosatom für die Errichtung eines Reaktors im nordfinnischen Pyhäjoki gekündigt hatte.

Letzte Abwicklungsarbeiten an der geplanten Baustelle würden noch in den kommenden Wochen durchgeführt. Danach wolle man sich auf die Instandhaltung des Areals konzentrieren, hieß es in der Aussendung seitens Fennovoima. Mit den Mitarbeitern seien Verhandlungen geplant. Es wird mit zahlreichen Kündigungen gerechnet.

Standort soll erhalten bleiben

Mit der Instandhaltung des Areals will Fennovoima sicherstellen, dass der Standort des projektierten AKW mit dem Namen „Hanhikivi 1“ für ein mögliches neues Projekt mit anderen, beispielsweise westlichen Atomkraftunternehmen erhalten bleibt.

Fennovoima hatte die Kündigung des mehrere Milliarden Euro schweren Vertrages mit Rosatom Anfang Mai mit Lieferverzögerungen und erhöhtem Risiko wegen des Ukraine-Krieges begründet. Der russische Konzern wies diese Begründung wenige Tage später zurück und kündigte eine Schadenersatzklage an.