„Partygate“-Bericht: Johnson verantwortlich

Ein interner Untersuchungsbericht hat die britische Regierungsspitze und damit den konservativen Premier Boris Johnson für die Verfehlungen in der „Partygate“-Affäre verantwortlich gemacht.

„Viele dieser Veranstaltungen hätten nicht zugelassen werden dürfen“, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht der hochrangigen Beamtin Sue Gray zu Partys am Regierungssitz während des CoV-Lockdowns. Die Führungsspitze müsse „Verantwortung für diese Kultur“ übernehmen.

Teils „exzessiver Alkoholkonsum“

„An den Veranstaltungen, die ich untersucht habe, nahmen Führungsfiguren der Regierung teil“, schrieb Gray. „Viele dieser Events hätten nicht zugelassen werden dürfen.“ Mitarbeiter seien davon ausgegangen, dass ihre Teilnahme erlaubt sei, da auch führende Politiker anwesend gewesen seien. Die Führung müsse die Verantwortung tragen, forderte Gray. Die Geschehnisse seien weit hinter den zu erwartenden Standards zurückgeblieben.

Es sei teils zu „exzessivem Alkoholkonsum“ gekommen. Viele Menschen seien „bestürzt“ über das Verhalten im Herzen der Regierung, schrieb die Beamtin.

Johnson nimmt im Parlament Stellung

Johnson will sich im Parlament zu dem Bericht äußern. Dabei werde er „die volle Verantwortung für meine Fehler“ übernehmen, meldete die Nachrichtenagentur PA ohne Angabe von Quellen. Er habe aus seinen Fehlern gelernt.

Die Polizei hat wegen der Regelverstöße mittlerweile insgesamt mehr als 120 Strafbescheide gegen Dutzende Teilnehmerinnen und Teilnehmer verhängt, in einem Fall auch gegen Johnson.