EU-Gipfel diskutiert Folgen gedrosselter Gaslieferungen

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder werden heute am zweiten Tag des Gipfels in Brüssel über die Folgen der sinkenden russischen Gaslieferungen und die steigenden Preise diskutieren.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte eine beschleunigte Suche nach alternativen Gaslieferungen aus anderen Ländern an. Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo pochte auf einen gemeinsamen Gaseinkauf der EU-Staaten.

„Wir müssen einen Energieblock bilden. Wenn wir alle auf uns allein gestellt sind, werden wir auch allein untergehen“, sagte De Croo.

Auch Inflation Thema

Ein weiteres Thema auch in den Diskussionen mit der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wird die Inflation sein.

In dem Reuters vorliegenden Entwurf der EU-Gipfelerklärung wird Russland für die stark gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise verantwortlich gemacht und Moskau vorgeworfen, Energie als Waffe zu benutzen.

„Wir müssen anfangen, Energie gemeinsam zu kaufen, wir müssen Preisobergrenzen einführen und wir müssen gemeinsam Pläne machen, um durch den Winter zu kommen“, sagte Belgiens Ministerpräsident.

Die EU-Kommission müsse entsprechende Pläne vorbereiten. Vor allem Deutschland hat bisher mit Hinweis auf die Zuständigkeit der Unternehmen einen gemeinsamen Einkauf etwa von Gas gebremst.