Tote bei Kundgebungen für mehr Demokratie im Sudan

Bei Protesten für mehr Demokratie im Sudan sind gestern nach Angaben von Sanitätern acht Menschen getötet worden. Mindestens sechs von ihnen seien durch Schüsse in Kopf, Brust oder Rücken gestorben, erklärte ein der Demokratiebewegung nahestehender Zusammenschluss von Ärzten. Laut Augenzeugen setzten Sicherheitskräfte Wasserwerfer und Tränengas ein, um Demonstrierende am Vordringen auf den Präsidentenpalast in Khartum zu hindern.

Anlass der Kundgebungen war der dritte Jahrestag der Massenproteste, die zum Sturz des jahrzehntelangen Herrschers Omar al-Baschir geführt hatten. Das Militär und zivile Gruppen einigten sich damals auf eine Übergangsregierung.

Rückzug von Militär aus Politik gefordert

Im Oktober 2021 kam es jedoch zu einem Putsch, in dessen Zuge das Militär unter der Führung von General Abdel Fattah al-Burhan die Macht vollständig übernahm. Seitdem wird bei Protesten immer wieder Rückzug des Militärs aus der Politik gefordert.

Demonstranten auf der Straße in Sudans Hauptstadt Khartum
APA/AFP

In der Hauptstadt Khartum und den beiden durch den Nil getrennten Zwillingsstädten Omdurman und Bahri sei die Zahl der Demonstranten am Donnerstag mindestens in die Zehntausende gegangen, berichteten Augenzeugen weiter. Sicherheitskräfte sperrten in Khartum wichtige Brücken und Straßen ab.

Vermittlungsbemühungen der UNO in dem nordostafrikanischen Land brachten bisher kaum Ergebnisse. Nach dem Putsch im Oktober wurden finanzielle Hilfen, die mit der Übergangsregierung vereinbart worden waren, ausgesetzt. Die Wirtschaftskrise im Sudan hat sich seitdem weiter verschärft.