EU lädt Serbien und Kosovo zu Vermittlungsgesprächen

Die EU hat nach der erneuten Eskalation von Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo die Konfliktparteien zu einem Krisentreffen nach Brüssel eingeladen. Ziel sei es, über das weitere Vorgehen zu beraten und zu verhindern, dass sich solche Spannungen wiederholten, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell heute in Brüssel. Die Streitigkeiten ließen sich nur durch Dialog und Verhandlungen beigelegen.

Die Einladung der EU erfolgte nach Angaben des Sprechers, nachdem sich der Kosovo auf Bitten Borrells und der USA bereiterklärt hatte, umstrittene Reiseregeln für Serben zunächst auszusetzen. Diese sehen vor, dass an den Grenzübergängen keine serbischen Personaldokumente mehr anerkannt werden. Stattdessen sollten sich Serben dort ab heute ein provisorisches Dokument ausstellen lassen. Die kosovarischen Behörden begründen das mit einem identischen Vorgehen serbischer Behörden beim Grenzübertritt kosovarischer Bürger.

In Reaktion auf die geplante Neuregelung errichteten militante Serben gestern im überwiegend serbisch bevölkerten Norden des Kosovo Barrikaden. Zudem sollen auch Schüsse in Richtung kosovarischer Polizisten abgegeben worden sein.