Raab erwartet weniger Engagement für Geflüchtete

Die russische Invasion in der Ukraine ist beim Europäischen Forum Alpbach allgegenwärtiges Thema. In einer Podiumsdiskussion wurde heute die Integration der Vertriebenen in den Mittelpunkt gestellt.

Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) konzedierte dabei, dass es zu einem Stimmungswechsel in der Bevölkerung, zumindest aber zu einem schwindenden Engagement und einer nachlassenden Solidarität kommen könnte.

Wie die Ressortchefin ausführte, dürfe man nicht vergessen, dass neben den 80.000 Vertriebenen aus der Kriegsregion im ersten Halbjahr rund 40.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern nach Österreichern gekommen seien. Das seien zusammengezählt mehr als 2015, als man von einer Krise gesprochen habe. Das sei eine riesige Herausforderung, auch für die Österreicher, wenn man die Pandemie einbeziehe.

Thomas Liebig von der OECD sieht zwar noch keinen echten Stimmungsumschwung, aber Anzeichen in diese Richtung. Wenn nun die Vertriebenen aus ihren vorübergehenden Unterkünften in einigen Monaten auf den Wohnungsmarkt kämen und möglicherweise eine weitere große Gruppe an Vertriebenen nach Österreich komme, könne sich die Situation verändert darstellen.