Italien plant weitere Maßnahmen gegen Energiekrise

Der italienische Ministerrat um den scheidenden Regierungschef Mario Draghi plant, weitere Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise zu ergreifen. Nachdem die Energiepreise vergangene Woche weiter gestiegen sind und drohen, zu einer immer stärkeren Belastung für Familien und Unternehmen zu werden, will die Regierung noch im Laufe dieser Woche weitere Stützungen beschließen.

Mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von durchschnittlich 711 Euro haben die italienischen Familien zwischen September und November wegen der Inflation und der hohen Energiepreise zu rechnen, schätzt der Konsumentenschutzverband Codacons. Die Gefahr sei eine große soziale Krise, warnte der Verband.

Italien im Wahlkampf

Vor allem die rechte Lega drängt auf mehr Stützungsmaßnahmen zur Abfederung der negativen Auswirkungen der hohen Energiepreise – auch wenn das den Budgetrahmen sprengen sollte. „Wir haben schon vor Monaten die Regierung um eine Budgetabweichung gebeten, um die Stützungsmaßnahmen zu finanzieren. Jetzt ist allen klar, dass die kommenden Monate für Familien und Unternehmen verheerend sein könnten“, sagte Lega-Chef Matteo Salvini.

Italien befindet sich derzeit im Wahlkampf. Der Spitzenkandidat der Zentrumspartei Azione bei der Parlamentswahl am 25. September, Carlo Calenda, rief dazu auf, mit der scheidenden Regierung zusammenzuarbeiten, um Lösungen für die Energiekrise zu finden.

Alle Rivalitäten im Wahlkampf sollten zugunsten einer Kooperation zur Linderung der negativen Auswirkungen der hohen Strompreise und der Inflation beiseitegelegt werden.