UNO-Versammlung: Moskau urgiert US-Visa für Diplomaten

Russland hat nach eigenen Angaben von den USA noch keine Visa für die Teilnahme seiner Diplomaten bzw. Diplomatinnen an der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York in gut zwei Wochen erhalten. In einem heute publik gewordenen Brief an UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich Moskau „alarmiert“ über das Verhalten Washingtons und urgierte die Ausstellung der Dokumente.

„Die Ausgabe von Visa ist eine legale Pflicht des Gastgeberlandes, nicht ein Anrecht oder ein Privileg“, schrieb der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensia. „Keiner der 56 russischen Repräsentanten vom Hauptteam und der Vorgruppe hat bis zum 1. September ein Einreisevisum in die USA bekommen“, kritisierte Nebensia.

Vollversammlung ab 20. September in New York

Ähnlich sei die Situation für die Besatzung und mitreisende Journalisten und Journalistinnen in dem Flugzeug, das Außenminister Sergej Lawrow als Delegationsleiter nach New York bringen soll.

Die Generaldebatte der Vollversammlung findet in diesem Jahr vom 20. bis 26. September statt. Entsprechend einer 1947 getroffenen Vereinbarung dürfen die USA Repräsentantinnen und Repräsentanten der UNO-Mitgliedsstaaten nicht von einer Reise zum UNO-Hauptquartier in New York abhalten.

Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben die USA ebenso wie viele andere westliche Staaten scharfe Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängt. Unter anderem erließ Washington Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Lawrow, die auch ein Einreiseverbot in die USA umfassen.