Karte zeigt Wahlergebnisse
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Regionale Unterschiede

Klarer Sieg mit lokalen Ausreißern

Die Bundespräsidentenwahl hat mit der Wiederwahl von Alexander Van der Bellen ein klares Ergebnis gebracht. Doch war die Unterstützung für den Amtsinhaber bei Weitem nicht überall gleich groß. Während ihn in Wien mehr als 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler unterstützten, verfehlte er in Kärnten deutlich die absolute Mehrheit. Umgekehrt reüssierte der Freiheitliche Walter Rosenkranz vor allem im Süden.

Von den mehr als 2.000 Gemeinden Österreichs gingen fast alle an Van der Bellen, lediglich bei rund 40 konnte Rosenkranz mehr Stimmen einsammeln als der Amtsinhaber. Ausnahmslos alle politischen Bezirke gingen an ihn. Van-der-Bellen-Revier waren die Städte. In Wien kam er deutlich über 60 Prozent und entschied alle Wahlsprengel für sich – mehr dazu in wien.ORF.at. In Graz erreichte er rund 65 Prozent, in Linz gut 60, in Salzburg mehr als 64 sowie in Innsbruck knapp 65 Prozent.

Auch im Westen konnte Van der Bellen punkten, in Tirol und Vorarlberg konnte er in einigen Gemeinden über 70 Prozent der Stimmen gewinnen. Insgesamt sollte er in den beiden Bundesländern laut Hochrechnung mit Briefwahlstimmen auf über 60 Prozent kommen – mehr dazu in tirol.ORF.at und vorarlberg.ORF.at.

In Salzburg wird er diese Marke knapp verfehlen – mehr dazu in salzburg.ORF.at. In den übrigen Bundesländern kommt er auf Werte zwischen 52 und 55 Prozent – mehr dazu in noe.ORF.at und ooe.ORF.at.

Rosenkranz in Kärnten stark

Umgekehrt konnte Rosenkranz im städtischen Bereich sowie vielen Umlandgemeinden kaum punkten. In Wien blieb dem FPÖ-Kandidaten mit vorläufig 11,8 Prozent (ohne Briefwahlstimmen) nur recht knapp die Einstelligkeit erspart. Möglicherweise wird er hier von Bierpartei-Chef Dominik Wlazny sogar vom zweiten Platz verdrängt, in der Hochrechnung liegen sie praktisch gleichauf, die Briefwahlstimmen entscheiden.

In Graz reichte es ebenfalls für den FPÖ-Kandidaten für nur zwölf Prozent. In fast allen größeren Städten des Landes blieb der Freiheitliche hinter seinem Ergebnis im Bundesschnitt zurück. Ausnahmen bilden Villach und Klagenfurt mit rund 23 bzw. 19 Prozent.

Kärnten – über viele Jahrzehnte Hochburg der Freiheitlichen gewesen – konnte auch diesmal mit dem FPÖ-Kandidaten einiges anfangen. 25,5 Prozent waren sein deutlich bestes Länderergebnis – mehr dazu in kaernten.ORF.at. Ebenfalls die 20 Prozent übersprang der Volksanwalt in Oberösterreich und in der Steiermark – mehr dazu in steiermark.ORF.at. Sein allerbestes Ergebnis holte er in der Tiroler Gemeinde Spiss, wo er gar mehr als 50 Prozent holte. Dort gab es allerdings nur 48 Wahlberechtigte.

Wlazny in Wien auf Platz zwei

Wlazny, der in Wien-Simmering im Bezirksparlament sitzt, erreichte auch dort sein bestes Ergebnis in der Bundeshauptstadt, nämlich 14,4 Prozent. In der Bundeshauptstadt überholte er mit den Briefwahlstimmen auch noch Rosenkranz und schaffte Platz zwei. Sein zweitbestes Bundeslandergebnis erzielt er im Burgenland mit 9,3 Prozent. Am wenigsten Zuspruch erhielt Wlazny in Salzburg – mit prognostizierten 6,5 Prozent.

Das Burgenland war Kerngebiet der Tassilo-Wallentin-Fans. Mit fast zwölf Prozent liegt er weit über seinem Bundesschnitt – mehr dazu in burgenland.ORF.at. Auch in Kärnten kommt er über zehn Prozent. Zum Vergleich: In Wien sind es nur rund sieben. Am schwächsten schnitt der Rechtsanwalt in mit knapp über drei Prozent in Vorarlberg ab.

Grosz in Kärnten und der Steiermark am stärksten

Gerald Grosz war mit gut acht Prozent in Kärnten sogar einen Deut stärker als in seinem Heimatbundesland, der Steiermark, wo er aber auch immerhin 7,9 Prozent erreichte. Dagegen gewann er in Salzburg und Wien je nur rund vier Prozent der Stimmen. Grosz lebt in Graz, fand dort aber nur fünf Prozent an Wählern. In Deutschlandsberg, wo er aufwuchs, entschieden sich immerhin mehr als elf Prozent für ihn.

Am besten erging es MFG-Chef Michael Brunner noch in Vorarlberg, wo er laut Hochrechnung 3,1 Prozent erreichte. In Oberösterreich, wo die MFG ja im Landtag sitzt, wurden es auch nur 2,5 Prozent. Eher traurig war das Ergebnis für den gebürtigen Oberösterreicher Heinrich Staudinger, der ebendort 1,9 Prozent und in Niederösterreich zwei Prozent als beste Resultate erreichte. Im Burgenland blieb er sogar unter einem Prozent. Staudingers aktueller Lebensmittelpunkt ist Schrems. In der niederösterreichischen Gemeinde konnte der Schuhproduzent immerhin 6,4 Prozent der Wähler von sich überzeugen.