Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) baut sein berufliches Engagement mit Bezug zum Nahen Osten weiter aus. Er wird Beirat des von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner gegründeten Abraham Accords Peace Institutes (AAPI), wie ein Sprecher des Ex-Kanzlers heute mitteilte. Das 2021 gegründete US-Institut hat das Ziel, die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Staaten voranzutreiben.
Kurz’ Aufgabe als einziges europäisches Mitglied des Beirats werde es sein, in Europa für mehr Unterstützung für die Weiterentwicklung der Abraham-Abkommen zu werben und bei seinen beruflichen Aktivitäten in der Region den Dialog zwischen Israel und den arabischen Staaten weiter zu forcieren, hieß es.
„Historischer Meilenstein“
Kushner war als Berater des damaligen US-Präsidenten Donald Trump und Ehemann von dessen Tochter Ivanka Trump maßgeblich an der Aushandlung der Abraham-Abkommen beteiligt, die Israel im Jahr 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan unterzeichnete. Mit den Abkommen sollten Feindseligkeiten zwischen den Ländern beigelegt werden. Damit brachen die Staaten mit dem jahrzehntelangen Grundsatz, dass vor einer Annäherung an Israel dessen Konflikt mit den Palästinensern gelöst werden muss.
Kurz bezeichnete die Abraham-Abkommen in einer Stellungnahme als „historischen Meilenstein“. Er freue sich „daher sehr, als Teil des Beirates des Abraham Accords Peace Instituts die Möglichkeit zu haben, einen Beitrag zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Israel und der arabischen Welt zu leisten“.
Vor wenigen Wochen hatte der Ex-Kanzler gemeinsam mit dem Ex-Chef des israelischen Technologieunternehmen NSO, das die umstrittene Spionagesoftware Pegasus herstellt, eine Firma für Cybersicherheit mit Sitz in Tel Aviv gegründet.