Korruptionsskandal: Gewerkschaftschef vorerst suspendiert

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat gestern seinen Generalsekretär wegen mutmaßlicher Verwicklung in die Korruptionsaffäre, die das Europäische Parlament erschüttert, vorerst suspendiert. „Dieser Beschluss beinhaltet in keiner Weise eine Schuldvermutung“, erklärte der IGB. Der Italiener Luca Visentini, der im November IGB-Generalsekretär wurde, ist bis zu einer Sitzung am 11. März suspendiert, bei der die Angelegenheit überprüft werden soll.

Visentini, der seine Unschuld beteuert, ist eine von sechs Personen, die wegen angeblicher Zahlungen Katars zur Beeinflussung von EU-Entscheidungen befragt wurden. In einer langen Erklärung vom Montag erklärte Visentini, er sei im Rahmen einer belgischen Untersuchung wegen möglicher Korruption und Geldwäsche in einer kriminellen Organisation befragt und ohne Anklage freigelassen worden.

„Ich weise alle gegen mich erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Ich bin unschuldig“, sagte Visentini, der den Erhalt einer „Geldspende“ von der Nichtregierungsorganisation (NGO) eines in dem Skandal Beschuldigten eingestanden hat. Er habe die Summe in der Höhe von „weniger als 50.000 Euro“ aufgrund der „Qualität des Spenders und dessen gemeinnützigen Charakters“ angenommen, so Visentini. Die Summe wurde ihm demnach von der NGO Fight Impunity („Bekämpft Straffreiheit“) des im Zentrum des Korruptionsskandals stehenden ehemaligen Europaabgeordneten Pier Antonio Panzeri übergeben.