500 Geflüchtete auf Sizilien eingetroffen

Ein Flüchtlingsboot mit rund 500 Personen an Bord ist heute von einem Fischerboot unweit Siziliens gerettet worden. Die Geflüchteten gingen an Bord eines Schiffes der italienischen Küstenwache. Ein Dutzend unterkühlte Menschen wurde per Hubschrauber nach Pozzzallo auf Sizilien gebracht.

Die anderen Menschen landeten zum Teil in Portopalo, Augusta und Messina. Im sizilianischen Pozzallo waren tags zuvor weitere 230 Geflüchtete eingetroffen. Auch das deutsche Rettungsschiff „Sea-Eye 4“ erreichte mit 105 geretteten Menschen an Bord den Hafen Neapel. 20 Personen mussten ins Spital eingeliefert werden, wie Behörden mitteilten.

NGO protestierte gegen Zuweisung von Neapel als Hafen

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye protestierte gegen die Zuweisung von Neapel als Landehafen. „Die Häfen im Süden Siziliens hätten viel früher erreicht werden können. Die italienische Regierung muss aufhören, die Arbeit der Rettungsorganisationen auf See zu erschweren und damit das Leiden der Schutzsuchenden zu verlängern. Alle verfügbaren staatlichen und zivilen Mittel müssen eingesetzt werden, um so viele Todesfälle wie möglich zu verhindern“, so der Präsident von Sea-Eye, Gorden Isler, in einer Mitteilung.

Unter der neuen italienischen Regierung von Giorgia Meloni hat Italien den Kurs gegenüber NGOs verschärft, die im Mittelmeer Migrantinnen und Migranten aus Seenot retten. Die Hilfsorganisationen werden beschuldigt, Schlepperei zu unterstützen. Trotz Melonis Dekrets landen jedoch nach wie vor Rettungsschiffe in italienischen Häfen.

Drei Tote bei Bootsunglück in Ägäis

Bei dem Untergang eines Bootes kamen unterdessen vor der griechischen Insel Lesbos mindestens drei Menschen ums Leben. 16 Menschen konnten gerettet werden, teilte die griechische Küstenwache mit. Die Geretteten sagten den griechischen Behörden, es seien 41 Menschen an Bord gewesen, als die Geflüchteten von der türkischen Küste aus starteten.

Zerstörtes Schlauchboot an der Küste von Lesbos
Reuters/Elias Marcou

An der umfangreichen Suchaktion waren nach Angaben der Küstenwache Patrouillenboote und ein Hubschrauber beteiligt. In der Region herrschten Winde der Stärke sechs, hieß es.

Suche nach Schiffbrüchigen an der Küste von Lesbos
APA/AFP/Hellenic Coast Guard

Immer wieder versuchen Menschen, von der türkischen Westküste und aus Ländern im Nahen Osten nach Griechenland oder sogar direkt nach Süditalien zu gelangen. Die Boote sind meist überfüllt und in schlechtem Zustand. So kommt es immer wieder zu Unglücken.

Erst am Wochenende waren beim Untergang eines Bootes mit Migranten an Bord vor der Insel Leros eine Frau und vier Kinder ums Leben gekommen.