Rendi-Wagner will Doskozil zurück in Bundesgremien

Sollte die aktuelle SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sich im Dreikampf um die Parteispitze durchsetzen, will sie ihrem Konkurrenten, Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, jedenfalls vorschlagen, in die Entscheidungsgremien der Bundespartei zurückzukehren. „Er soll mit uns gemeinsam dort die inhaltlichen Fragen diskutieren, debattieren, damit wir dann auch – wie er heute verspricht – gemeinsam diese nach außen vertreten können“, so Rendi-Wagner gestern in ORF III.

Am umstrittenen Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch will Rendi-Wagner im Falle ihrer Bestätigung jedenfalls festhalten. Mit Blick auf die kommenden Nationalrats- und EU-Wahlen wolle sie die Spitze allerdings mit einer zweiten Person in der Bundesgeschäftsführung personell breiter aufstellen.

Rendi-Wagner sieht sich in Mitte

„Die Rendi-Wagner-SPÖ ist die Breite der Sozialdemokratie“, bewarb sie ihre Position in der Mitte zwischen Babler und Doskozil. Die Vielfalt der politischen Meinungen in der Partei – von den Jugendorganisationen über die Pensionistinnen bis zu den Frauen, vom Burgenland bis Vorarlberg – seien eine Stärke der Sozialdemokratie. Die Kunst sei, in den verschiedenen Gremien einen gemeinsamen Weg auszudiskutieren und gemeinsam nach außen zu vertreten. Das schaffe Vertrauen, „und das hat in den letzten viereinhalb Jahren gefehlt“, sagte sie mit Verweis auf „Querschüsse“ Doskozils, der sich zudem aus ebenjenen Gremien herausgenommen habe.

Koalitionen: Keine Festlegung

Inhaltlich würden sie, Doskozil und Babler im Grunde nicht so weit auseinanderliegen. Hinter den „Intrigen“ der vergangenen Jahre würden vielmehr persönliche Interessen stehen. Deshalb habe die Partei sich für eine Mitgliederbefragung und anschließenden Sonderparteitag entschieden. Danach müsse Schluss sein mit der Selbstbeschäftigung, um „geeint, gestärkt“ in die nächste Wahlauseinandersetzung auf Bundesebene zu gehen.

Darauf, in welcher Koalition sie nach der kommenden Wahl regieren wolle, wollte Rendi-Wagner sich nicht festlegen. Die FPÖ schloss sie zwar jedenfalls als Partnerin aus. Dass sich Doskozil auf eine Dreierkoalition mit Grünen und NEOS festlegt, sei aber nicht sinnvoll. Gehe sich diese nicht aus, bliebe dann nur der Gang in die Opposition. Ziel der Sozialdemokratie müsse aber sein, zu gestalten.