Güterzug auf Krim entgleist: Moskau vermutet Sabotage

Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist heute Früh nach Angaben der Bahn „durch die Einmischung Außenstehender“ ein Güterzug entgleist. „Verletzte gibt es nicht. Eine Gefahr für die Umwelt besteht nicht“, hieß es auf dem Telegram-Kanal der Krim-Eisenbahn.

Nach Angaben des Moskauer Statthalters auf der Halbinsel, Sergej Axjonow, kippten mehrere mit Getreide beladene Waggons um. Die Sicherheitsdienste ermittelten dazu. Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen über eine Explosion, die dem Entgleisen vorangegangen sei.

Strecke stillgelegt

Der Vorfall ereignete sich wenige Kilometer südwestlich von Simferopol nahe der Ortschaft Tschistenke. Der Bahnverkehr auf der Strecke wurde stillgelegt. Ein geplanter Fernverkehrszug von der Hafenstadt Sewastopol nach St. Petersburg soll erst in Simferopol starten. Die Passagiere sollten mit Schienenersatzverkehr zur Inselhauptstadt gebracht werden.

Entgleister Güterzug auf der Krim
Reuters

Die Krim gilt als wichtige Versorgungsroute für die russischen Besatzungstruppen in den südukrainischen Gebieten Cherson und Saporischschja. Der Nachschub mit Proviant, Waffen und Munition erfolgt meist per Eisenbahn. Anschläge auf die Bahn könnten daher vor allem der Vorbereitung der ukrainischen Gegenoffensive in eben jenen Regionen dienen. Der Beginn dieser Offensive wird seit Wochen erwartet.