„Maestro“: ADL verteidigt Coopers Nasenprothese

Nach den Kindern von Leonard Bernstein hat nun auch die US-amerikanische Anti-Defamation League (ADL) Bradley Coopers Entscheidung verteidigt, in „Maestro“, einem anstehenden Netflix-Biopic, bei der Verkörperung des weltweit bekannten Komponisten jüdischer Herkunft eine Nasenprothese zu tragen.

Zuvor war der Schauspieler beschuldigt worden, mit einer Nasenprothese jüdische Stereotype zu bedienen. Zudem war in sozialen Netzwerken die Frage aufgekommen, ob Bernstein als Sohn jüdischer Einwanderer nicht besser von einem jüdischen Schauspieler verkörpert werden hätte sollen.

Carey Mulligan und Bradley Cooper im Film „Maestro“
AP/Netflix/Jason McDonald

Die in den USA ansässige internationale jüdische Organisation ADL, die gegen Diskriminierung und Diffamierung von Jüdinnen und Juden eintritt, sagte gestern in einer Erklärung, dass die Verwendung von Prothesen nicht per se antisemitisch sei. „Im Laufe der Geschichte wurden Juden in antisemitischen Filmen und Propaganda oft als böse Karikaturen mit großen, hakigen Nasen dargestellt“, hieß es darin. „Maestro“ mache das jedoch nicht.

Premiere bei Filmfestspielen von Venedig

Der Trailer für das Musikdrama zeigt den Dirigenten unter anderem als jungen Mann Ende der 1940er Jahre in New York, als er seine spätere Ehefrau kennenlernt – die aus Chile stammende Schauspielerin Felicia Montealegre (1922–1978), im Film verkörpert von Carey Mulligan. „Maestro“ dreht sich um die turbulente Beziehung des Paares, die auch von Bernsteins Männerbeziehungen geprägt war. Besonders mit dem verfilmten Musical „West Side Story“ (1957) erreichte Bernstein Weltruhm.

„Maestro“ feiert Anfang September bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere. Nach dem Kinostart im November soll der Film am 20. Dezember bei Netflix zu sehen sein.