BRICS-Staaten ringen auf Gipfel um Erweiterung

Die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) wollen auf ihrem in Südafrika stattfindenden Gipfel über eine Erweiterung des Staatenbundes beraten. Man habe dazu „ähnliche Vorstellungen“ wie China, sagte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa als Gastgeber nach einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gestern. Die BRICS-Gruppe sei ein äußerst wichtiges Forum für die internationale Zusammenarbeit.

Rund 40 Staaten haben nach Angaben des Bündnisses Interesse an einem Beitritt angemeldet. BRICS vertritt bereits 40 Prozent der Weltbevölkerung und 25 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Xi betonte nach dem Treffen mit Ramaphosa vor allem den Ausbau der bilateralen Beziehungen zu Südafrika.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist nicht zu dem dreitägigen Treffen angereist, weil der Internationale Strafgerichtshof einen internationalen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat – er ist per Video zugeschaltet. In Südafrika war zuvor diskutiert worden, ob Putin bei einer Anreise hätte verhaftet werden müssen.

Innerhalb der BRICS-Staaten gibt es Druck, die Gruppe um Staaten wie Indonesien oder Argentinien auszuweiten. Russland und China wollen mit der Erweiterung ein Gegengewicht zu dem G-7-Bündnis der wichtigsten westlichen Industrieländer schaffen. Indien, Brasilien und Südafrika, die auch enge Beziehungen mit westlichen Staaten pflegen, zögern aber mit einer Zustimmung.

Lula: Kein Gegenpol zu G-7 und G-20

Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva betonte, BRICS richte sich nicht gegen andere. „BRICS sind kein Gegenpol zu den G-7, den G-20 oder sonst irgendjemandem“, schrieb Lula auf Twitter (X). „Wir wollen uns als der Globale Süden organisieren. Wir sind wichtig in der globalen Debatte und sitzen gleichberechtigt mit der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten am Verhandlungstisch.“