Erinnerung an Militärputsch: Eklat in Chiles Parlament

Rund 50 Jahre nach dem Militärputsch in Chile ist es in der Abgeordnetenkammer des südamerikanischen Landes zu einem Eklat gekommen. Auf Antrag der rechten Parteien wurde heute eine Erklärung verlesen, mit der das Parlament am 22. August 1973 der linken Regierung von Präsident Salvador Allende Verfassungsbruch vorgeworfen hatte. Das Misstrauensvotum wurde später als Rechtfertigung für den Militärputsch unter General Augusto Pinochet am 11. September 1973 herangezogen.

Linke Abgeordnete protestierten gegen die erneute Verlesung der alten Erklärung. Sie riefen „Mörder“ und „Feiglinge“ und zeigten Bilder von während der Militärdiktatur verschleppten Oppositionellen, wie die Zeitung „El Mercurio“ berichtete.

Am 11. September 1973 hatte Pinochet gegen die demokratisch gewählte sozialistische Regierung von Präsident Allende geputscht. Während seiner Diktatur bis 1990 folterten und töteten die Militärs zahlreiche politische Gegner. Kritiker bemängeln, dass zahlreiche Täter nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Derzeit wird ein neues Grundgesetz ausgearbeitet, das die aktuelle Verfassung aus der Zeit der Militärdiktatur ersetzen soll.