Gewessler sieht emissionsintensive Industrie auf gutem Weg

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat heute mit Industrievertretern eine positive Bilanz zu den Bemühungen gezogen, emissionsintensive Betriebe in Österreich klimafit zu machen. Konkrete Zahlen wurden bei einem gemeinsamen Auftritt vor der Presse nicht genannt.

Der erste Fördercall über 170 Mio. Euro läuft noch, insgesamt stehen drei Mrd. Euro bis 2030 zur Verfügung – gesetzlich abgesichert, wie Gewessler betonte. Gestartet wurde das Projekt „Klimaneutrale Industrie Österreich“ im Jahr 2020.

Industrie zeigt sich zufrieden

Projektpartner sind die Industriellenvereinigung (IV) sowie elf Industriekonzerne, die zusammen für 23 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. IV-Präsident Georg Knill verwies auf eine gute Partnerschaft mit dem Klimaministerium. Für Berthold Kren, Chef des Zementherstellers Holcim Zentraleuropa, ist es „bis jetzt ausgezeichnet gelaufen“.

Laut Gewessler wurde vieles vorangebracht, nun gehe es darum, „dass wir den Brennstoff tauschen“. Sie erinnerte an die klimaschädliche Wirkung der Kohleverbrennung und an die Abhängigkeit beim Gas „von einem Despoten“. Es gehe darum, der Industrie Planungssicherheit zu geben, schließlich laufe etwa ein Hochofen mehrere Jahrzehnte – und die Debatte sei nicht, ob, sondern wie.

Voestalpine, OMV und Wien Energie größte CO2-Emittenten

Die voestalpine ist vor der OMV und der Wien Energie Österreichs größter CO2-Emittent. Mit 9,4 Millionen Tonnen allein am Stammsitz in Linz stieß der Stahlkonzern 2021 mehr Treibhausgase aus als 900.000 Österreicherinnen und Österreicher zusammen.

Die Wirtschaftskammer (WKO) urgierte in dem Zusammenhang ein ganzes Maßnahmenpaket, das für den Transformationsprozess notwendig sei. Dazu gehörten eine Verfahrensbeschleunigung, „grünes“ Gas, eine Reform des Europäischen Emissionshandels und praxistaugliche Sorgfalts- und Berichtspflichten für Unternehmen. In einer Aussendung plädierte WKO-Generalsekretär Karlheinz Kopf dafür, das „Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz“ rasch auf den Weg zu bringen.